Lebensversicherungen: Prudential greift nach AIGs attraktiver Asien-Tochter

Lebensversicherungen: Prudential greift nach AIGs attraktiver Asien-Tochter

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Hauptgebäude der AIA in Hong Kong

Um 35,5 Milliarden Dollar will die britische Prudential AIGs Asien-Tochter AIA kaufen Sie gilt als Kronjuwel des angeschlagenen US-Versicherers. Prudential ist nun Branchenprimus in Asien und setzt so auch die deutsche Allianz unter Druck - doch der Deal birgt etliche Risiken.

Zum ersten Mal seit vielen Monaten sorgt der US-Versicherer American International Group (AIG) für positive Schlagzeilen: Die britische Prudential schnappt sich nach Angaben von heute für 35,5 Milliarden Dollar die AIGs Asien-Geschäfte.

Die in American International Assurance (AIA) gebündelten Asien-Geschäfte gelten als Kronjuwelen von AIG. Finanziert werden soll der Kauf zum Teil mit einer der größten Kapitalerhöhung aller Zeiten von rund 20 Milliarden Dollar. Das wäre fast der aktuelle Marktwert von Prudential von 23 Milliarden Dollar.

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AIG-Aktien steigen, Prudential fallen

Für AIG kommt die Nachricht zur rechten Zeit: Erst am Freitag vergangener Woche hatte der einst weltgrößte Versicherer erneut ein Milliardenminus vermelden müssen: Im Jahr 2009 hat AIG 10,9 Milliarden Dollar Verluste geschrieben. Mit dem Verkauf seines Asiengeschäfts kann AIG nun einen Teil seiner Schulden bei der US-Regierung in Höhe von 182 Milliarden Dollar begleichen. Dies sei der bislang wichtigste Schritt auf dem Weg zurück in die Selbstständigkeit, sagte AIG-Chef Robert „Bob“ Benmosche heute in New York. Vom Kaufpreis fließen 25 Milliarden Dollar in bar. Dieses Geld geht komplett an den amerikanischen Staat. Der Rest sind Aktien und andere Wertpapiere von Prudential. Auch diese will AIG über kurz oder lang zu Geld machen.

Vorbörslich stieg der Aktienkurs von AIG um 14 Prozent. Dennoch gibt es bei AIG-Aktionären keinen Grund zur Euphorie: Erst am Freitag waren die AIG-Aktien wegen des milliardenschweren Jahresverlusts um 14 Prozent gefallen. Um einen zweistelligen Prozentbetrag nach unten gerasselt sind auch die Kurse des Käufers Prudential. Börsianer sind skeptisch, ob Prudential mit dem Zukauf richtig entschieden hat. „Niemand weiß genau, was AIA beinhaltet und wie profitabel sie sind“, sagte ING Analyst Kevin Ryan. Ein Prudential-Großinvestor äußerte sich ähnlich.

Bei dem Zukauf profitiert Prudential von der Schwäche des einst weltgrößten Versicherers AIG. Dieser muss Firmenteile abstoßen, um sein Überleben zu sichern. AIG war im Zuge der Finanzkrise im Herbst 2008 ins Straucheln geraten. Prudential katapuliert sich mit dem Kauf in die Pole-Position auf dem weltweit am schnellsten wachsenden Markt für Finanzdienstleistungen. AIA blickt auf eine 90-jährige Geschichte in Asien zurück. Fast ein Drittel aller Kunden von AIG entfällt auf die Sparte.

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