Leichtbau: Volkswagen wird Großaktionär bei SGL Carbon

Leichtbau: Volkswagen wird Großaktionär bei SGL Carbon

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Begehrter Werkstoff für den Auto-Leichtbau: Carbonfaser von SGL Carbon

Europas größter Autobauer Volkswagen steigt als zweitgrößter Aktionär beim Grafitspezialisten SGL Carbon ein. SGL-Kooperationspartner BMW zeigte sich überrascht - will aber noch keine Bewertung treffen.

VW habe 8,18 Prozent der SGL-Aktien gekauft, teilte das Wiesbadener Unternehmen mit, das bei Carbonfaser-Werkstoffen eng mit dem VW-Konkurrent BMW zusammenarbeitet. Größter Aktionär bei SGL ist die Beteiligungsgesellschaft der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, Skion, mit rund 22,25 Prozent.

BMW wurde vom Einstieg des Konkurrenten Volkswagen beim Kooperationspartner SGL Carbon überrascht. „VW hat uns nicht unterrichtet“, sagte BMW-Chef Norbert Reithofer auf dem Genfer Autosalon. BMW sei daher nicht vorgewarnt gewesen. Die Beteiligung von VW an SGL sei „interessant“, eine Bewertung sei derzeit schwierig zu treffen. Auf die gemeinsamen Aktivitäten mit SGL bei der Nutzung von Kohlefaserverbundstoffen für den Automobilbau habe der VW-Einstieg aber keine Auswirkungen.

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Ein Skion-Sprecher sagte zum Einstieg des BMW-Rivalen: „Wir freuen uns als maßgeblicher Ankeraktionär für SGL, dass auch andere Unternehmen die technologische Bedeutung der Kohlefaser in den Blick nehmen.“ VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech sagte am Abend am Rande einer Veranstaltung: „Wir haben vorher gefragt, ob es jemanden stört.“ Er fügte hinzu: „BMW ist ein angenehmer Wettbewerber“.

SGL und BMW sind Partner bei Carbonfaser-Werkstoffen für den Autobau und betreiben seit 2009 ein Gemeinschaftsunternehmen. Nach früheren Angaben soll unter anderem ein gemeinsames Werk für Carbonfasern in den USA entstehen. Das dort produzierte Material soll in dem für 2013 geplanten elektrischen Großstadtgefährt „BMW i3“ zum Einsatz kommen. Im Leipziger BMW-Werk soll das Auto zusammengebaut werden.

Im Rahmen der Transaktion wurde unter anderem das Paket der LBBW-Tochter Süd-Kapital übernommen, die 4,43 Prozent der Anteile besaß. SGL gehört zu den Markführern der Carbonfaser-Technologie. Autobauer setzten inzwischen große Hoffnung auf Carbonfasern als Werkstoff, da das Material leicht, reißfest und robust ist. In vielen Bereichen kann es Metall ersetzen, wodurch das Fahrzeuggewicht sinkt und auch der Energieverbrauch. Bisher war es aber für den Serieneinsatz in Autos viel zu teuer.

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