Lieferverzögerungen bei Airbus: Super-Jet mit Schönheitsfehlern

Lieferverzögerungen bei Airbus: Super-Jet mit Schönheitsfehlern

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Airbus überprüft nach Fertigungsproblemen erneut den Zeitplan für sein Großraumflugzeug A380

Bei Airbus drohen erneut Verzögerungen beim Großraumflugzeug A380. Der Großkunde Emirates aus Dubai erklärte am Dienstag, Airbus habe ihn über das Risiko weiterer Verschiebungen bei der Auslieferung informiert.

Airbus schließt nach Fertigungsproblemen weitere Verzögerungen bei den Auslieferungen für sein Großraumflugzeug A380 nun doch nicht aus. Wie Airbus heute in Toulouse bestätigte, ist der größte A380-Kunde, die arabische Fluggesellschaft Emirates, über die laufende Überprüfung des Zeitplans unterrichtet worden.

Für Airbus-Chef Thomas Enders ist es aber derzeit noch nicht absehbar, ob es tatsächlich zu weiteren Lieferverzögerungen kommen wird. „Das kann ich Ihnen hier und heute nicht beantworten“, sagte Enders in einem Interview des Deutschlandfunks und der „Süddeutschen Zeitung“ in Hamburg. Derzeit werde der Zeitplan überprüft, das Ergebnis liege noch nicht vor, berichtete er. „Es geht schlicht um etwas, was wir auch in anderen Programmen ständig machen: Können wir die Lieferzeiten einhalten?“, sagte der Manager. „Ich werde keinen Schnellschuss machen.“ Dafür hänge zu viel für das Unternehmen davon ab.

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Er räumte ein, dass die Komplexität von Entwicklung und Fertigung des Großraumflugzeugs unterschätzt worden sei, insbesondere in Hamburg, wo Probleme bei der Verkabelung das Projekt verzögerten. 2000 deutsche Mitarbeiter seien derzeit in Toulouse damit beschäftigt, Defizite nachzuarbeiten. Das sei kostspielig und nicht optimal, ergänzte Enders.

Die monatelangen Lieferverzögerungen hatten Airbus und seinen Mutterkonzern EADS in eine tiefe Krise gestürzt. Grund für die laufende Kontrolle ist nach Enders Worten der „ambitionierte Plan“ beim Produktionshochlauf. In diesem Jahr sollen 13 Flugzeuge ausgeliefert werden, im nächsten Jahr 26 und 2010 dann noch einmal doppelt so viele. Hinzu komme der Übergang von der „Handfertigung“ zum industriellen Prozess. Dabei müsse das Unternehmen insbesondere die Elektrik in den Griff bekommen, erläuterte Enders. An diesem Kreuzungspunkt werde nun geprüft, ob das Hochfahren wie geplant hinzubekommen sei oder gegensteuernde Maßnahmen ergriffen werden müssen. Auch Airbus-Konkurrent Boeing kämpft mit erheblichen Lieferverzögerungen bei seinem neuen Langstreckenjet B787 Dreamliner.

Vorgesehen ist laut Airbus, dass Emirates ebenso wie die australische Qantas noch in diesem Jahr ihr jeweils erstes Flugzeug erhielten. Zu sagen, es gebe eine „Warnung vor möglichen neuen Lieferverzögerungen“, wäre aber „überinterpretiert“, betonte Airbus in Toulouse. Airbus habe „nie einen Hehl daraus gemacht“, dass das Hochfahren der Produktion ein „Meilenstein“ und das A380-Programm „erst danach über den Berg“ sei.

Zu schaffen macht Airbus nach wie vor der starke Euro im Verhältnis zum Dollar. Zehn Cent Veränderung im Wechselkurs bedeuteten im Ergebnis eine Milliarde Euro mehr oder weniger, berichtete Enders. Neben dem Sparprogramm Power 8 müsse das Unternehmen über weitere strukturelle Maßnahmen nachdenken, um Kosten zu senken - beispielsweise durch die Verlagerung von Produktion in Länder mit niedrigerem Kostenniveau. Die Lösung könne jedoch nicht sein, noch einmal 5000 oder 10.000 Arbeitsplätze abzubauen, sagte Enders. Mit dem derzeit laufenden Power-8-Programm ist der Abbau von 10.000 Stellen in der Verwaltung verbunden.

In Bezug auf den Skandal um mutmaßlichen Insiderhandel und Markttäuschung beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sieht Enders die gesamte Firmengruppe ungerecht behandelt. „Die Untersuchungen werden ausgeführt von Leuten, die keine Ahnung von unseren Geschäftsmodellen haben“, sagte Enders. Er zeigte sich fest davon überzeugt, dass an den Anschuldigungen nichts sei. Allerdings werde sich die Aufklärung nun wohl einige Jahre hinziehen. Die Pariser Börsenaufsicht verdächtigt Großaktionäre und einzelne Spitzenmanager, vor Bekanntwerden erster Fertigungsprobleme beim A380 EADS-Aktien mit hohen Gewinnen verkauft zu haben. Die Probleme hatten nach der Veröffentlichung zu einem Kurseinbruch geführt.

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