Linkedin-Angriff auf Xing: "Es wird eine Weile dauern"

Linkedin-Angriff auf Xing: "Es wird eine Weile dauern"

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Linkedin Chef und Gründer Reid Hoffmann

von Oliver Voß

Das amerikanische Online-Netzwerk Linkedin greift mit einer deutschen Version den Konkurrenten Xing an. Linkedin-Chef und Gründer, Reid Hoffman, sagt im Interview, warum das zwei Jahre dauerte und wie Internet-Unternehmen durch die Krise kommen.

Angekündigt war der Start einer deutschen Version des Business-Netzwerkes Linkedin schon so oft, dass die Nachricht „Linkedin startet in Deutschland" wie ein running gag klingt. Seit dem Jahr 2006 werkelt das Unternehmen daran, dem hiesigen Platzhirschen Xing Konkurrenz zu machen. Auch im vorigen Jahr erklärte das Unternehmen mehrfach, man werde noch im Laufe des Jahres starten.

Nun ist es tatsächlich soweit. Mit 35 Millionen Nutzern ist Linkedin weltweit viel größer als das Hamburger Netzwerk Xing mit seinen etwa sieben Millionen Mitgliedern. Bei der Finanzierungsrunde im vorigen Jahr wurde Linkedin mit einer Milliarde Dollar bewertet. In Deutschland sind die Machtverhältnisse jedoch ganz anders. „Es wird eine Weile dauern, in Deutschland eine vergleichbare Größe zu erreichen", räumt der Linkedin-Gründer Reid Hoffman ein.

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Mitten in der Internetkrise 2002 hatte er das Netzwerk gegründet. Nachdem Hoffman zwischenzeitlich die Unternehmensführung an Dan Nye abgegeben hatte und an die Spitze des Aufsichtsrates gewechselt war, ist er in diesem Jahr wieder auf den Chefsessel zurückgekehrt.

WirtschaftsWoche: Herr Hoffman, seit mehr als  zwei Jahren kündigen Sie den Start der deutschen LinkedIn-Version an. Warum hat es so lange gedauert, das soziale Netzwerk auch in Deutschland zu starten?

Reid Hoffman: Als Dan Nye vor zwei Jahren von mir die Unternehmensführung übernommen hat, verschob er den Fokus. Statt lokalisierten Versionen haben wir beispielsweise erst einmal neue Angebote für Unternehmen entwickelt.

Schon 2007 sagte Dan Nye , wir starten „in ein paar Tagen“ in Deutschland. Es gab sogar eine PR-Kampagne, bei der neue Nutzer des Netzwerkes Reisen ins Silicon Valley gewinnen konnten.

Das waren Dinge, die ich noch gestartet habe. Als Dan Nye, kam entschied er, erst andere Dinge zu machen. Im vorigen Jahr haben wir uns dann wieder auf Europa konzentriert, die spanische und französische Versionen gestartet und nun gibt es LinkedIn auch auf Deutsch.

Aber warum haben sie den Deutschland-Start soweit verschoben, ursprünglich hatte das Land doch  Priorität vor anderen europäischen Ländern?

Hauptsächlich, weil Xing hier schon stark vertreten war. In Frankreich, Spanien und Lateinamerika gab es keinen Wettbewerber mit einer kritischen Masse. Es ist besser dort zu starten, wo LinkedIn für die Menschen das erste Netzwerk ist.

Sie fürchten also  die starke Konkurrenz von Xing?

Fürchten ist  das falsche Wort. Xing hat europaweit 4,5 Millionen Nutzer, die meisten davon in Deutschland. Und der Nutzen der Netzwerke liegt darin, dass man dort viele Menschen findet. Es wird also eine Weile dauern, in Deutschland eine vergleichbare Größe zu erreichen, doch ich bin sicher, dass wir das schaffen.

Wie lange werden sie dafür brauchen?

Wir haben schon jetzt 500 000 deutsche Mitglieder, innerhalb eines Jahres sind es hoffentlich eine Million. Wir wachsen schon jetzt jährlich mit 60 Prozent, also müssen wir das nur ein wenig steigern.

Wir haben 35 Millionen Mitglieder, davon neun Millionen in Europa. In Deutschland ist Xing größer, aber LinkedIn ist viel effektiver, wenn man sich europaweit vernetzen will. Daher nutzen ja auch jetzt schon eine halbe Million Deutsche unser internationales Netzwerk.

Aber mit Geschäftspartnern in Großbritannien oder den Niederlanden spricht man Englisch. Wer sich mit denen im Internet vernetzen möchte, braucht gar keine deutsche Version. Warum sollten es jetzt mehr Menschen benutzen?

Klar, den jetzigen Nutzern reicht Englisch. Aber nun können sie ihr Profil zusätzlich in Deutsch anlegen und die Seite wird damit noch nützlicher. Zudem können sie besser mit deutschen Geschäftspartnern in Kontakt treten.

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