LinkedIn-Chef Weiner:: Andere zum Traumjob bringen

LinkedIn-Chef Weiner:: Andere zum Traumjob bringen

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LinkedIn-Chef Jeff Weiner

von Matthias Hohensee

Der Chef des beruflichen Netzwerks LinkedIn, Jeff Weiner kann stolz sein: In Indien, China und Brasilien läuft es gut für ihn. Weiner will aus eigener Kraft wachsen, kann sich aber auch eine Kooperation mit Facebook vorstellen.

WirtschaftsWoche: Mr. Weiner, wie oft sind Sie schon gefragt worden, ob Ihr Unternehmen an der Börse mit rund 7,5 Milliarden Dollar nicht massiv überbewertet ist?

Jeff Weiner: Wir sind nicht darauf fokussiert, wie hoch die Bewertung heute, morgen oder im nächsten Monat ist. Wir haben einen langfristigen Plan über mehrere Jahre, wie wir unser Unternehmen voranbringen wollen.

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Die dauernden Fragen nach Überbewertung nerven Sie also nicht?

Ich verstehe schon, dass Leute sich dafür interessieren. Aber wenn wir unser Vorhaben wie geplant umsetzen, wird sich das in unserer Bewertung widerspiegeln. Darüber entscheidet der Markt. Wir wollen ein langfristig erfolgreiches Unternehmen aufbauen.

Wie hat sich die öffentliche Aufmerksamkeit um den Börsengang im Mai ausgewirkt?

Der Börsengang hatte vor allem eine Wirkung – er hat LinkedIn sehr bekannt gemacht. Dadurch hat sich unser Wachstum beschleunigt. Wir gewinnen momentan in jeder Sekunde zwei neue Mitglieder. So schnell sind wir noch nie zuvor gewachsen.

Liegt das vielleicht auch daran, dass soziale Netzwerke inzwischen alltäglich sind?

Es ist eine Kombination beider Gründe und hat auch mit den speziellen Effekten in einem Netzwerk zu tun. Je größer ein Netzwerk ist, umso schneller wächst es, weil neue Mitglieder weitere Nutzer nach sich ziehen. Wir haben zum Start 2003 rund 500 Tage gebraucht, um auf eine Million Nutzer zu kommen. Jetzt brauchen wir dazu nur noch eine Woche.

Wie lange soll das so weitergehen?

Wir stehen erst am Anfang. Wir haben jetzt über 120 Millionen Nutzer. Weltweit gibt es rund 640 Millionen sogenannte Wissensarbeiter. In den USA erreichen wir etwa 42 Prozent davon. Global gibt es 3,3 Milliarden Berufstätige. Unsere Vision ist es, nicht nur die Wissensarbeiter, sondern alle Berufsgruppen zu erreichen.

Wie wirkt sich die angespannte Wirtschaftslage auf LinkedIn aus?

Wir haben in den USA derzeit rund 14 Millionen Arbeitslose. Hinzu kommen noch Teilzeitbeschäftigte, die nach einem Vollzeitjob suchen. Und natürlich gibt es Arbeitslose, die die Suche ganz aufgegeben haben, was die Zahl auf 25 Millionen erhöht. Es gibt aber auch noch eine Zahl, über die weniger gesprochen wird: Wir haben 3,1 Millionen verfügbare Jobs in den USA. Sicherlich sind viele Stellen unbesetzt, weil es an Spezialisten fehlt. Eine Plattform wie LinkedIn kann dabei helfen, diese Lücke besser zu schließen. Eines unserer Ziele ist es, jede offene Stelle auffindbar zu machen. Und wir wollen dabei helfen, die Aus- und Weiterbildung besser an der Nachfrage auszurichten.

Also ist LinkedIn ein Krisengewinnler?

Je unsicherer die Zeiten, umso mehr Leute entdecken den Nutzen sozialer Netzwerke. Es ist ja nicht mehr so wie früher, als man nur seine direkten Bekannten fragen konnte, wenn man seine Karriere geplant hat. Jetzt kann man in den Netzwerken sehen, ob einer davon eventuell jemanden in dem Unternehmen kennt, bei dem man sich bewerben will. Der kann dann möglicherweise eine persönliche Empfehlung geben. Zugleich sind die Unternehmen kostensensibler geworden – sie achten stärker darauf, was die für die Suche nach Personal eingesetzten Mittel konkret gebracht haben.

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