Thiel Logistik sei nicht mehr bereit gewesen, die jahrelangen Verluste des Möbellogistikers weiter zu finanzieren, sagte eine Konzernsprecherin am Mittwoch. Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens sei am vergangenen Freitag beim Amtsgericht Detmold gestellt worden. Die im nordrhein-westfälischen Lemgo ansässige Tochter habe den Konzern in den ersten neuen Monaten mit einem operativen Verlust (Ebit) von fast fünf Millionen Euro belastet. Die im Kleinwerteindex SDax gelistete Thiel Logistik schrieb in diesem Zeitraum einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von 25,5 Millionen Euro. Lippe Logistik erwirtschaftete mit 177 Mitarbeitern zuletzt einen Jahresumsatz von 13 Millionen Euro. Der Konzernumsatz von Thiel belief sich im vergangenen Jahr auf 1,8 Milliarden Euro. Thiel ist mittelbar zu 74,9 Prozent an dem Lemgoer Unternehmen beteiligt. Auch für 2007 sei ein deutlicher Fehlbetrag zu erwarten gewesen, hieß es von Thiel. Der Konzern war im November von dem Ziel abgerückt, seinen Jahresumsatz um fünf Prozent zu steigern. Finanzchef Antonius Wagner hatte stattdessen ein „moderates Umsatzwachstum“ angekündigt. Wagner hatte zudem auf Gefahren für das Jahresergebnis durch mögliche außerplanmäßige Abschreibungen und Restrukturierungskosten im Möbel-Transport hingewiesen. Gleichwohl hielt der Finanzchef an der Erwartung fest, das Vorjahres-Ebit von 27,3 Millionen Euro leicht zu übertreffen.
Lippe Logistik: Thiel schickt Tochterfirma in die Insolvenz
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