Logistik: Deutscher Bahn droht Fiasko

KommentarLogistik: Deutscher Bahn droht Fiasko

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Deutsche-Bahn-Chef Rüdiger Grube

Offiziell bestätigt die Deutsche Bahn die Zahlen nicht, doch in der Branche gelten die von Reuters gemeldeten Zahlen als sicher. Die Deustche Bahn kämpft mit dramatischen Umsatzenbußen.

Der Vergleich mit den prognostizierten Zahlen der streng geheimen Mittelfristplanung, die der WirtschaftsWoche vorliegen, legt zudem nahe, wie dramatisch die Situation für den Konzern wirklich ist. Ein Umsatzminus der Deutschen Bahn in Höhe von 14 Prozent, wie von Reuters gemeldet, ist viel schlimmer als intern bisher befürchtet. Laut Mittelfristplanung waren bis Ende des Jahres insgesamt 2,1 Milliarden Euro Umsatz weniger eingeplant. Davon sind in der Zeit von Januar bis Juni bereits mehr als Dreiviertel realisiert.

Hochgerechnet bedeutet dies: Das Umsatzminus in diesem Jahr könnte drei Milliarden Euro und mehr erreichen, sollte sich die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik nicht verbessern. Zwar gibt es leise Anzeichen des Aufschwungs, doch die Krise dürfte insbesondere den Schienengüterverkehr nachhaltig ruiniert haben.

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Die in der Mittelfristplanung avisierten 900 Millionen Euro "Ebit-wirksame Gegensteuerungsmaßnahmen" pro Jahr dürften bei Weitem nicht ausreichen. Bahn-Chef Rüdiger Grube muss reagieren. Zunächst einmal tat er das, was er schon so oft getan hat: Der Chef des Geschäftsfeldes DB Schenker Rail, Klaus Kremper, muss zum 31. August das Unternehmen verlassen. Ein weiterer Verlierer: die Mitarbeiter bei DB Schenker Rail. Mit Kurzarbeit reagierte der Konzern bereits im Frühjahr auf die Krise. Nun hat sich die Zahl der Kurzarbeiter bei der Deutschen Bahn auf inzwischen 10.000 erhöht - nahezu unbemerkt von der Öffentlichkeit.

Schnelle Lösungen erforderlich

Grubes Schnellmaßnahmen müssen aber viel weitreichendere Konsequenzen haben, ansonsten droht der Bahn ein Fiasko. Der Grund: In Zeiten der Krise haben sich die Fuhrparktunternehmer mit ihren Lkw-Flotten flexibler gezeigt als die Deutsche Bahn. Mit Preissenkungen und schnelleren Angeboten für den Container- und Gütertransport haben sie der Bahn in der Krise Aufträge abgenommen. So schnell wird die Bahn sie nicht wieder zurückgewinnen.

Der Schienengüterverkehr droht damit gegenüber dem Straßenverkehr wieder ins Hintertreffen zu geraten, nachdem die Schiene Jahre lang Marktanteile gewinnen konnte. Grube muss daher den Schienengüterbereich stärker an die Bedürfnisse der Kunden anpassen. Diese wollen schnelle Lösungen und preiswertere Angebote.

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