Logistik: Krise und höhere Maut kosten Spediteure 80.000 Jobs

Logistik: Krise und höhere Maut kosten Spediteure 80.000 Jobs

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) fürchtet aufgrund der Wirtschaftskrise und der stark gestiegenen Lkw-Mautgebühren allein in diesem Jahr den Verlust von 80.000 Arbeitsplätzen in Deutschland.

Verbandspräsident Hermann Grewer sagte der WirtschaftsWoche, die Kosten für die Spediteure seien durch die zum Jahresbeginn erhöhte Lkw-Maut deutlich stärker gestiegen, als von der Bundesregierung angegeben.

Nach Berechnungen des Verbandes stieg die durchschnittliche Belastung pro Kilometer von 12,5 auf 18,4 Cent pro Kilometer, während die Bundesregierung eine Kostensteigerung von 13,5 auf nur 16,3 Cent nennt. Dem Verband zufolge steigt die Gebühr damit um bis zu 48 Prozent. Bei einem Vierachser der Schadstoffklasse Euro-3 müsse der Spediteur sogar 20,4 Cent zahlen, so Grewer, was bei 100.000 Mautkilometern pro Jahr eine Zusatzbelastung von 7.400 Euro ausmache.

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„Wir fürchten einen Verlust von bis zu 80.000 Arbeitsplätzen in den nächsten Monaten“, sagte Grewer der WirtschaftsWoche. „Die Hälfte davon geht auf das Konto der Maut.“ Das wären deutlich höhere Jobverluste als 2008. Im vergangenen Jahr meldeten rund 1.300 Unternehmen Insolvenz an – 9.000 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz.

Wegen der düsteren Aussichten erneuerte der Verband seine Ankündigung, im Mai gegen die Mauterhöhung Klage einzureichen. Der BGL wirft der Bundesregierung vor, dass die Mauteinnahmen um jährlich eine Milliarde Euro zu hoch liegen und deshalb die Maut gegen EU-Recht verstößt.

Nach einer EU-Richtlinie darf die Gebühr nur so viel einbringen wie Neubau, Instandhaltung und Betrieb des Autobahnnetzes im Jahr theoretisch kosten. Die Bundesregierung beziffert den Wert der Autobahnen, der für diese Berechnung nötig ist, auf 307 Milliarden Euro. Gutachter der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität kommen auf 190 Milliarden Euro. Unterm Strich wollen die Unternehmen nun ein Viertel ihrer Mautausgaben zurück, viele zahlen die Gebühren inzwischen nur noch „unter Vorbehalt“.

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