Logistik: Post unterzieht Mitarbeiter Lügendetektor-Test

Logistik: Post unterzieht Mitarbeiter Lügendetektor-Test

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Post-Chef Frank Appel zählt "Respekt und Resultate" zu den Kernelementen seiner "Strategie 2015". In Kolumbien wurden ein Postmitarbeiter gezwungen, sich einem Lügendetektortest zu unterziehen.

von Christian Schlesiger

Mitarbeiter der Deutschen Post müssen sich in mehreren Ländern einem Test mit dem Lügendetektor unterziehen. So will der Konzern Fehler aufspüren.

Der Brief war direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel adressiert. Damit er auf dem Weg nach Berlin nicht verloren geht, schickte die Gewerkschaft Uni Global Union eigens eine Delegation zum deutschen Botschafter in Washington, dem sie das Schreiben übergab.

Darin erhebt sie schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Post, an der der Bund 30 Prozent hält. Uni Global Union ist der weltweite Dachverband von 900 nationalen Gewerkschaften, darunter auch die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

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„Die Beschäftigten der Deutschen Post DHL in Panama, Costa Rica, Kolumbien und Südafrika wurden gezwungen, sich Lügendetektortests zu unterziehen“, protestiert der Dachverband und schildert den Fall eines DHL-Mitarbeiters in Kolumbien, der sich im Zuge einer Untersuchung wegen 22 fehlender USB-Sticks einem Lügendetektortest unterziehen musste. Inzwischen wurde der Beschäftigte entlassen.

"Nur bei außergewöhnlichen Umständen"

Post-Personalvorstand Walter Scheurle wies in einem Brief, der der WirtschaftsWoche vorliegt, zwar grundsätzlich die Vorwürfe im Fall des kolumbianischen Mitarbeiters zurück. Gleichzeitig bestätigte Scheurle aber den Einsatz von Lügendetektoren, der in einer internen Richtlinie „geregelt und begrenzt“ werde. „Lügendetektoren werden in Ländern verwendet, in denen der Einsatz legal ist und nur bei außergewöhnlichen Umständen“, erklärt Scheurle.

Dies gelte vor allem in Ländern mit hohen Gefahren. Insbesondere Kolumbien leide seit Jahren unter Konflikten mit Milizen und Drogenkartellen. Der Einsatz der Technik werde aber strenger gehandhabt, als die Gesetze es erlauben, so Scheurle.

Die Konzernzentrale in Bonn bestätigte das Schreiben und die Aussagen Scheurles. Post-Chef Frank Appel betont in seinen weltweiten Auftritten vor den Belegschaften dagegen stets den Respekt vor den Mitarbeitern. „Respekt und Resultate“ ist ein Kernelement seiner „Strategie 2015“, die er 2009 im Konzern verankert hat. Laut der Gewerkschaft gibt es viele Logistikunternehmen wie beispielsweise den dänischen Schifffahrtskonzern Maersk, die Lügendetektoren weltweit ächten.

Weiterer Ärger droht der Deutschen Post DHL in den USA. Die DHL-Tochter Exel, so der Vorwurf der Gewerkschafter, nutze ein Austauschprogramm für ausländische Studenten, um Hochschüler vor allem aus China, der Türkei und Osteuropa als Billigarbeiter in der Logistik des Schokoladenherstellers Hershey einzusetzen. Die Mitarbeit sei Teil des Austauschprogramms. 300 Studenten gingen der Dachgewerkschaft zufolge Ende August auf die Straße, um gegen schlechte Bezahlung und Überstunden zu protestieren.

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