Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne: "Leichte Belebung"

Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne: "Leichte Belebung"

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** ARCHIV ** Klaus Michael Kuehne, Mehrheitseigner der Spedition Kuehne und Nagel, am 12. Oktober 2008 bei einer Pressekonferenz in der TUI Zentrale in Hannover. Nach einer monatelangen Haengepartie ist der Verkauf der Traditionsreederei Hapag-Lloyd durch den Reisekonzern TUI an ein Hamburger Bieterkonsortium perfekt. Der Unternehmer und neue Grossaktionaer Klaus-Michael Kuehne wie auch die TUI bestaetigen am Dienstag, 23. Maerz 2009, den Abschluss. (AP Photo/Joerg Sarbach) ** zu APD5431 ** ---Klaus Michael Kuehne, majority owner of forwarding Kuehne und Nagel, is seen during a press conference in Hanover, Germany, Sunday, Oct. 12, 2008. The board of TUI decided to sell the container shipping company Hapag-Lloyd. Buyer will be a Hamburg consortium.(AP Photo/Joerg Sarbach)

Warum der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne gern eine Tochter der Deutschen Bahn kaufen würde.

WirtschaftsWoche: Herr Kühne, Sie sind Großkunde der Deutschen Bahn. Was erwarten Sie vom neuen Bahn-Chef Rüdiger Grube?

Grube: Ich wünsche mir, dass er den Konzern wieder auf seine Hauptfunktion ausrichtet, den Bahnverkehr. Dort müsste das Unternehmen noch besser werden und Marktanteile gegenüber der Straße gewinnen.

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Es stört Sie also, dass die Bahn den Hauptumsatz mit Logistik macht, als Konkurrenz zu Kühne+Nagel?

Der Staat als Eigentümer der Bahn muss Verkehrsinfrastruktur zur Verfügung stellen. Die Bahn müsste ihre Logistikaktivitäten verkaufen. Die Milliardenerlöse könnte sie in Schienenwege investieren und leistungsfähiger werden. So entstünden dringend notwendige Neukapazitäten für den Güterverkehr.

Hätten Sie denn Interesse an den Logistikfirmen der Bahn?

Ja. Der Landverkehr von DB Schenker ist eine Perle. Daran hätten wir konkret Interesse. Aber dieser Teil der Bahn-Tochter kann wohl kaum separat erworben werden.

Könnten Sie sich das leisten? Auch Kühne+Nagel dürfte von der Wirtschaftskrise betroffen sein.

Der Abschwung ist heftig. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir einen guten Jahresabschluss hinbekommen, wenngleich er geringer ausfallen wird als im Vorjahr. Die Situation ist aber nicht so dramatisch wie vielfach befürchtet. Das gilt auch für unsere Konkurrenten. Global werden immer noch viele Güter bewegt.

Werden Sie Mitarbeiter entlassen? 

Das ist leider nicht zu vermeiden. Es fehlt Geschäftsvolumen. Insgesamt trennen wir uns von fünf bis acht Prozent unserer derzeit rund 55.000 Mitarbeiter weltweit. Der Großteil entfällt auf den Abbau von Zeitarbeitern. Verschlimmert sich die Krise, kann ich weiteren Personalabbau nicht ausschließen.

Gibt es denn Hoffnungszeichen? 

In unserem stärksten Geschäft, dem Seeverkehr, gab es in den vergangenen Wochen eine leichte Belebung. Wir haben Neugeschäft abgeschlossen. Aber so ganz traue ich dem Frieden nicht.

Kühne+Nagel hat jüngst einen Öl-Logistiker gekauft. Denken Sie an weitere Zukäufe?

Ja. Wir investieren in der Krise. Wir haben auch zusätzliche Verkäufer eingestellt, um verringertes Geschäftsvolumen bei bestehenden Kunden durch Neugeschäft auszugleichen.

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