L'TUR-Chef Markus Orth im Interview: "In Krisenzeiten profitiert der Last-Minute-Bereich"

L'TUR-Chef Markus Orth im Interview: "In Krisenzeiten profitiert der Last-Minute-Bereich"

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L'TUR Chef Markus Orth

L’TUR möchte mit Last Minute im deutschen Reisemarkt erfolgreich sein. Markus Orth, Vorstandsvorsitzender des Lastminute-Reiseveranstalters, über neue Onlinekonkurrenz, die Auswirkungen der Finanzkrise und den stationären Vertrieb.

WirtschaftsWoche: Herr Orth, warum gehen Sie mit Deutschland Last Minute auf den Markt?

Markus Orth: Wir haben uns vor drei Monaten das Thema innerdeutscher Verkehr angeschaut und festgestellt, dass der deutsche Reisemarkt ein Riesenthema ist, der im Last-Minute-Bereich noch nicht erschlossen ist. Da greifen wir nun an. Vor allem für Geschäftskunden könnte das Angebot interessant sein.

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Wie viele Kunden wollen Sie erreichen?

Für uns ist das Portal ein Innovationsthema. Konkrete Zahlen sind da nicht die entscheidende Größe. Wir halten aber dreistellige Buchungszahlen pro Tag für machbar. Das wäre ein großer Erfolg.

Sie stehen derzeit unter Druck. Neue Online-Reiseveranstalter wie V-Tours setzen Ihnen mächtig zu. Wollen Sie damit die Wende einleiten?

Unter Druck setzt L’TUR momentan wenig. Die Wiege der virtuellen Reiseveranstalter steht in Baden-Baden. Mit Flyloco.de haben wir vor vier Jahren eine Online-Marke gegründet, die mehr Buchungen generiert als viele Konkurrenten. Da bin ich ganz unaufgeregt.

"Es gibt immer Bewegung"

Der Umsatz von L'TUR ging aber im vergangenen Jahr zurück und dieses Jahr wird er voraussichtlich stagnieren. Macht Ihnen die Situation nicht bange?

Es gibt immer Bewegung. Wir sehen natürlich, dass wir etwas tun müssen. Immer wenn es eng wurde, hat L'TUR einen Schritt nach vorne gemacht, zuletzt 2002, als die Billigflieger unser Geschäft bedrohten. Wir haben sie dann in unsere Last-Minute-Angebote integriert. Aus der vermeintlichen Gefahr haben wir uns einen Vorteil verschafft. Das werden wir auch in Zukunft tun.

Die Konjunkturaussichten sind nicht gut. Welche Auswirkungen haben die schlechten Prognosen und die derzeitige Finanzkrise auf Ihr Geschäft?

"In Krisenzeiten profitiert der Last-Minute-Bereich. Je unsicherer und weniger planbar die Zukunft ist, desto eher entscheiden sich die Kunden kurzfristiger. Davon werden wir profitieren."

Die großen Reiseveranstalter haben aber angekündigt, ihre Kapazitäten zu reduzieren. Wie stark werden Sie die Entscheidungen zu spüren bekommen?

Man muss die Kapazitätsreduktion immer im Verhältnis zur Konsumlage sehen. Wenn Kapazitäten reduziert werden, aber gleichzeitig die Nachfrage stärker sinkt, bleibt am Ende was für uns übrig. Die Ankündigungen sehe ich gelassen. Zumal die Konsolidierung der Luftfahrtindustrie durch den Rückzug von Condor aus den Verhandlungen mit Germanwings und Tuifly weiter auf sich warten lässt. Alles, was nicht konsolidiert ist, ist erst einmal gut für uns.

Mit 165 Reisebüros setzen Sie neben dem Online-Vertrieb auch auf den stationären Vertrieb. Bleibt das das Zukunftsmodell für L'TUR?

Auf jeden Fall. Allerdings ist der stationäre Vertrieb eine Dauerbaustelle. Die Kunden ändern jederzeit ihre Laufwege und Konsumgewohnheiten. Das Geschäft wird daher immer schwierig bleiben und wir testen ständig aus: In Baden-Baden und Hamburg setzen wir bereits auf neuartige Shop-Konzepte. Ich bin da zuversichtlich. Langfristig möchte ich aber den Online-Vertrieb stärken, der zurzeit 40 Prozent unseres Umsatzes macht. Am Ende des Tages profitieren laut aktueller google-Studie auch die Shops davon: Denn jeder dritte Kunde, der im Internet anfängt nach Reisen zu suchen, landet am klassischen L’TUR-Counter.

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