Luft- und Raumfahrttechnik: Daimler hält an EADS fest - vorerst

Luft- und Raumfahrttechnik: Daimler hält an EADS fest - vorerst

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ARCHIV - Das Logo von EADS ist am Standort in Friedrichshafen am Bodensee zu sehen (Archivfoto vom 08.09.2008). Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern stellt am Freitag (29.07.2011) seine Halbjahreszahlen vor. Den Bestellboom in der Luftfahrt im zweiten Quartal kann EADS voraussichtlich noch nicht in Umsatz und Gewinn umgemünzen. Während die wichtigste Konzerntochter Airbus die Pariser Luftfahrtmesse im Juni mit prall gefüllten Auftragsbüchern verlassen hatte, ist der Umsatz des Mutterkonzerns voraussichtlich lediglich stabil geblieben. Unter dem Strich dürfte sich der Konzerngewinn dennoch verdoppelt haben, nachdem das Unternehmen ein Jahr zuvor unter dem ungünstigen Dollarkurs gelitten hatte. Foto: Patrick Seeger dpa (c) dpa - Bildfunk

Spekulationen um Anteile an EADS - Großaktionär aus Deutschland und Frankreich wollen an ihren Anteilen festhalten, planen aber mittelfristig einen Verkauf.

Der Autohersteller Daimler hat sein Engagement beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bekräftigt. „Wir sind bereit, die industrielle Führung zu behalten“, zitiert das „Handelsblatt“ einen Sprecher. Die Stuttgarter  - als „Gründungsmitglied des Unternehmens“ - seien an einer balancierten Aktionärsstruktur interessiert.

Daimler hält aktuell 15 Prozent an EADS und übt darüber hinaus die Stimmrechte für ein weiteres 7,5-Prozent-Paket aus, das bei einer Gruppe von vornehmlich deutschen Finanzinvestorenliegt. Der französische Medienkonzern Lagardère und die französische Staatsholding Sogepa halten ebenfalls 22,45 Prozent an EADS. Die spanische Staatsholding SEPI ist mit 5,47 Prozent beteiligt, 49,63 Prozent der Aktien befinden sich im freien Handel.

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Hintergrund des Bekenntnisses zu EADS ist dem Bericht zufolge die Erklärung Lagardères, seine Anteile mindestens bis zur Einführung des Langstreckenflugzeugs A350 zu halten. Das neue Großraumflugzeug soll Ende 2013 ausgeliefert werden.

Auf Bundesregierung gehofft

Daimler hatte zuvor monatelang einen Käufer für ein 7,5-prozentiges Aktienpaket gesucht und gehofft, die Bundesregierung ließe sich zu dem Kauf bewegen. Die  Bundesregierung hatte aber in der vergangenen Woche einem Zeitungsbericht widersprochen, die staatliche Förderbank KfW plane einen Kauf der Anteile.

Ein Verkauf des des Daimler-Pakets könnte die Macht-Balance stören. Noch ist Daimlers Beteiligung ein Gegengewicht zu den 22,5 Prozent, die dem französischen Staat gehören. Im "Handelsblatt" heißt es zudem, dass insbesondere für das FDP-geführte Wirtschaftsministerium ein Einstieg bei der EADS-Mutter ein absolutes Tabu-Thema sei.

Der Medienkonzern Lagardère hatte in der vergangenen Woche ebenfalls bekräftigt, dass er an dem Plan festhalten wolle, seine 7,5-prozentige Beteiligung an EADS mittelfristig abzugeben – allerdings nach Einführung des A350. Für die Anteile Lagadères kommen Institutionen und Privatanleger sowie der französische Staat infrage. Letztere Alternative sei nach dem 2007 vereinbarten Aktionärspakt aber eigentlich ausgeschlossen, weil der französische Staat demnach nur 15 Prozent der EADS-Anteile besitzen dürfe.

Verhandlungen über den Abbau der Beteiligung

Entgegen den Plänen, ersteinmal bei EADS an Bord zu bleiben, zitiert die Agentur Reuters den Daimler-Chef im Vorfeld der Automesse IAA. Demnach mache der Autokonzern Fortschritte bei den Verhandlungen über den Abbau seiner EADS –Beteiligung, so Zetsche. Weitere Details nannte er nicht.

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