Luftfahrt: Air Berlin droht Pilotenstreik

Luftfahrt: Air Berlin droht Pilotenstreik

Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft Air Berlin droht noch im März ein Pilotenstreik. Wie die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen erfuhr, hat die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit im Februar die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt und die Urabstimmung eingeleitet.

„Bereits am letzten Märzwochenende sind die ersten Ausstände möglich“, sagte ein Insider der WirtschaftsWoche.

Der Streit könnte sich in die Länge ziehen. Zwar betonen beide Seiten, sie seien gesprächsbereit, aber sie „können beide nur schwer nachgeben“, heißt es in Verhandlungskreisen. Air-Berlin-Chef Joachim Hunold hält die Forderungen der Piloten nach Beschäftigungsgarantie, mehr Gehalt und weniger kurzfristigen Änderungen der Dienstpläne für überzogen. Sie könnten Mehrkosten von bis zu 30 Millionen Euro verursachen, heißt es im Unternehmen. Angeblich soll Air Berlin schon gedroht haben, die Zahl der Langstreckenflüge weiter zu kürzen, sollten sich die Piloten durchsetzen. Hunold gesteht ihnen zwar einen begrenzten Kündigungsschutz zu, aber die Piloten trauen ihm nicht. Bei der Übernahme der DBA im Sommer 2006 habe er ähnliche Zusagen gemacht, „nur eingehalten wurden sie nicht“, heißt es in einem Schreiben der Gewerkschaft.

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Zudem tobt in der Vereinigung Cockpit ein Flügelkampf. Der etwas gemäßigte aktuelle Vorstand um den Lufthansa-Piloten Tim Würfel konnte sich in einem Richtungsstreit nicht gegen den radikaleren Flügel „Starke VC" um den früheren Gewerkschaftschef Thomas von Sturm durchsetzen und will nun offenbar bei den Vorstandsneuwahlen im April nicht mehr antreten. Ein Insider: „Damit haben die radikaleren Kräfte jetzt praktsich die Oberhand."

Unterdessen gelang Air Berlin ein kleiner Erfolg auf der weltgrößten Reisemesse ITB, die an diesem Mittwoch in Berlin startet. Weil die Deutsche Lufthansa ihren Messeauftritt abgesagt hat, darf Air Berlin ihren Stand auf dem Platz ihres inländischen Rivalen aufstellen und sich erstmals in der Halle der deutschen Branchengrößen präsentieren – neben dem Autovermieter Sixt, dem Flughafen München und den großen Hotelketten. Früher musste sich Air Berlin in der Halle präsentieren, in der sich die kleinen Reiseveranstalter tummeln.

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