Luftfahrt: Billigflieger Ryanair stoppt Expansion in Deutschland

Luftfahrt: Billigflieger Ryanair stoppt Expansion in Deutschland

von Rüdiger Kiani-Kreß

Europas größter Billigflieger Ryanair hat wegen der neuen Passagiersteuer seine Expansion in Deutschland gestoppt.

„Wir haben unsere Ausbaupläne in Deutschland wegen dieser blöden Steuer erst mal auf Eis gelegt“, sagte Unternehmenschef Michael O’Leary der WirtschaftsWoche. Am 1. September hatte die Bundesregierung beschlossen, von allen Passagieren, die in Deutschland abreisen, eine Abgabe zwischen 8 und 45 Euro acht zu erheben.

Das irische Unternehmen war in den vergangenen Jahren  jeweils um bis zu 20 Prozent gewachsen und hatte europaweit regelmäßig neue Flughäfen in sein Netz aufgenommen. Außerhalb Deutschlands will O’Leary dagegen weiter in dieser Größenordnung wachsen. Dabei sieht er in  Deutschland aber grundsätzlich noch große Wachstumsmöglichkeiten. „Wir haben heute an drei deutschen Städten eine Basis, an der wir eigene Flugzeuge stationieren. Vertragen könnte Deutschland aber mindestens zwölf“, erklärte O’Leary.

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Darüber hinaus fordert der Unternehmenschef ein neues Design der Flughäfen. „Für die Kurzstrecke“, so O’Leary, „wird es da keine Einkaufsmeilen oder Duty-Free-Läden mehr geben. „Künftig checken die Leute online ein, kommen eine halbe Stunde vor Abflug zum Flughafen und wollen dann nur schnell zum Flugzeug.“ Den Einwand, dass viele Flughäfen damit ihre wichtigste Einnahmequelle verlieren, lässt der Manager dabei nicht gelten. „Die brauchen die Einnahmen doch vor allem, um diese teuren Paläste zu finanzieren. Sind die Gebäude einfacher, reichen auch niedrigere Abfertigungsgebühren. Das funktioniert in Bremen oder Charleroi bei Brüssel. Denen werden weitere folgen.“

Eine Absage erteilt O’Leary schließlich den neuen Flugzeugmodellen der großen Hersteller Airbus und Boeing, mit denen diese gegen Ende des Jahrzehnts ihre bisherigen Mittelstreckenjets ablösen wollen. Zwar möchte der Manager nach wie vor bis zu 300 Flugzeuge von einem der beiden Hersteller kaufen. „Aber bislang sind die Angebote noch Müll. Die Flieger sind sparsamer, aber nach jetziger Planung auch rund sieben Millionen Euro teurer, sodass wir am Ende fast keine niedrigeren Betriebskosten haben“, sagt O’Leary der Wirtschaftswoche. „Nein, kein Interesse.“

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