Luftfahrt: Lufthansa: Preis zur Übernahme von Austrian steigt

Luftfahrt: Lufthansa: Preis zur Übernahme von Austrian steigt

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Maschinen der Austrian Airlines, AUA, stehen auf dem Flughafen Wien-Schwechat.

Kurz vor der endgültigen Entscheidung der österreichischen Bundesregierung am kommenden Dienstag über die Privatisierung der Austrian Airline hat sich der Kaufpreis offenbar erhöht.

Mit seiner vorsichtigen Art ist Wolfgang Mayrhuber bisher immer gut gefahren: Weil er lange genug wartete, konnte der Lufthansa-Chef etwa die Schweizer Fluglinie Swiss billig kaufen.

Ausgerechnet bei seinen österreichischen Landsleuten ist er damit jedoch gescheitert. Wenn am Dienstag Österreichs Regierung endgültig die Privatisierung der staatlichen Austrian Airlines (AUA) beschließt, muss Mayrhuber kaufen – doch zu schlechteren Bedingungen als geplant. Grund: Die Linie steht führenden AUA-Managern zufolge deutlich besser da als bisher dargestellt. Das macht sie auch für ein halbes Dutzend anderer Linien wie den Lufthansa-Erzrivalen Air France interessant.

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Österreich hatte Mayrhuber die AUA laut Lufthansa-Kreisen schon vor rund zwei Jahren angeboten, auch wenn die Regierung das bestreitet. Damals verlangte sie einen hohen Preis und umfangreiche Bestandsgarantien. Darum wollte Mayrhuber abwarten, bis der Ölpreis und die nachlassende Konjunktur der Linie so zusetzten, dass er sie – wie die Swiss – fast zum Nulltarif und ohne Auflagen erhält. Zunächst ging Mayrhubers Plan auf. Die Forderungen wurden von Tag zu Tag kleiner, angesichts der immer schlechteren Zahlen war kein weiterer ernsthafter Bieter in Sicht.

Doch Mayrhuber hat offenbar zu lange gewartet: Kaum hatte sich die österreichische Regierungskoalition letzten Dienstag informell geeinigt, die AUA bis Oktober und ohne nennenswerte Auflagen dem besten Bieter zu verkaufen, sickern plötzlich positive Nachrichten aus dem Unternehmen. „Wir stehen deutlich besser da als im Vorjahr“, sagt ein Top-Manager – und das trotz der aktuellen Krise in der Branche. „Bisher mussten wir die Lage so dramatisch schildern, damit wir auch wirklich den Beschluss zur Privatisierung bekommen“, fügt er hinzu.

Die besten Chancen neben Lufthansa hat Air France

Pech für Mayrhuber: Mit den besseren Zahlen sind die Österreicher nicht mehr auf die Lufthansa angewiesen. Die von der Regierung beauftragte Investmentbank Merrill Lynch hat es jetzt leichter bei Investoren.

Dazu zählen zum einen Qatar Airways, Air China und Aeroflot, die sich einen Einstieg in die EU erhoffen. Die besten Chancen neben Lufthansa hat aber Air France, die Wien zu ihrem Drehkreuz für Osteuropa machen will. Das setzt Mayrhuber unter Druck. Da die AUA bereits eng mit der Lufthansa kooperiert, etwa beim Vielfliegerprogramm Miles & More, gewinnt Mayrhuber bei einer Übernahme zwar wenig. Doch sollte die AUA an Air France fallen, würde Lufthansa nicht nur Umsatz im wichtigsten Auslandsmarkt verlieren. Auch das profitable Osteuropageschäft käme unter Druck.

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