
Keine zwei Stunden nach der IATA-Prognose annulliert die Deutsche Lufthanse ihre Jahresprognose. Schuld seien die schwache Passagierentwicklung im August und die unsicheren Wirtschaftsaussichten. Das Ziel, den operativen Gewinn von 876 Millionen Euro aus dem Vorjahr zu übertreffen, sei aus heutiger Sicht nicht mehr zu erreichen, teilte Europas größte Fluggesellschaft am Dienstag in Frankfurt mit. Dennoch solle das operative Ergebnis 2011 im oberen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich liegen.
Höhenflug gebremst
Auf die Nachricht reagieren die Anleger prompt: An der Börse verlieren Lufthansa-Papiere zeitweise mehr als sieben Prozent und bremsen den Höhenflug des Dax an der Börse in Frankfurt. Dabei hatten die Aktien im frühen Handel sogar ihre Kursgewinne um 2,41 Prozent ausgebaut, nachdem der Branchenverband IATA erwartet, dass die Fluggesellschaften weltweit in diesem Jahr 6,9 Milliarden US-Dollar verdienen, deutlich mehr als die zuletzt angekündigten 4,0 Milliarden nach 16 Milliarden im Vorjahr. Das entspräche einer Marge von 1,2 Prozent. Grund dafür sei die überraschend starke Nachfrage nach Flugtickets, während die hohen Treibstoffpreise der Branche weiter zu schaffen machen.
Gestiegene Kosten
Auch die Mehrkosten, die der geplante EU-Emissionshandel hervorruft, machen der Airline zu schaffen. Schon Anfang September kündigte der Konzern an, dass er die Kosten an die Kunden weiterreichen müsse, weil man sie nicht aus eigener Kraft kompensieren könne, sagte Lufthansa-Vertriebsvorstand Jens Bischof. „Wenn der von der EU geplante Emissionshandel, den wir in dieser Form ablehnen, kommt, wird das allein bei uns zu Mehrbelastungen von bis zu 350 Millionen Euro führen. Das können wir nicht kompensieren“, so Bischof. Deutschlands größte Airline hat die Preise in diesem Jahr bereits zwei Mal angehoben.













