Luftfahrt: Neue Attacke der Golf-Airlines

Luftfahrt: Neue Attacke der Golf-Airlines

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Tim Clark, Chef von Emirates Airline

von Rüdiger Kiani-Kreß

Bisher haben die größte arabische Fluglinie Emirates europäischen Marktführern wie der Lufthansa vor allem über die Preise zugesetzt. Jetzt will die Airline aus Dubai auch verstärkt beim Service punkten, sagte Unternehmenschef Tim Clark im Interview mit der Wirtschaftswoche.

"Wir werden in den nächsten drei, vier Jahren rund 600 Millionen Dollar in ein besseres Produkt stecken", erklärte Emirates-Chef Tim Clark gegenüber der Wirtschaftswoche. Die Investition von umgerechnet fast einer halben Milliarde Euro ist deutlich größer als die Ausgaben der größten europäischen Linien. Lufthansa und Air France haben jeweils nur rund Investitionen im von 100 Millionen Euro angekündigt.

Für den gewaltigen Betrag will Clark die derzeit knapp 150 Flugzeuge mit der neuesten Generation von Sitzen und dem besonders umfangreichen Bordunterhaltungssystem ausstatten – dazu kommen noch mehr als 100 Millionen Euro für die Lounges. Bislang hat die Linie in der Regel nur in neu erhaltene  Maschinen die aktuelle Generation  der Ausstattung eingebaut. In den anderen Fliegern wurde die ältere Ausstattung beibehalten. Damit konnten Passagiere nie sicher sein, mit welcher Ausstattung sie nun reisen.

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Betten für die Business-Class

Zur Erneuerung zählt auch, dass Business-Class-Reisende statt Schlafsesseln nun in allen Maschinen ein flaches Bett bekommen. Damit würde Emirates mehr Komfort bieten als die Lufthansa und Air France. Beide haben derzeit nur eine Art Liege mit einem geringen Gefälle. Das spart Platz, so dass die Linein auf gleichem Raum mehr Passagiere unterbringen können. Doch viele Reisende empfinden dies als deutlich weniger bequem empfinden als ein ebenes Bett. Nach Informationen von Lufthansa-Mitarbeitern soll auch bei der neuen Produktgeneration, die mit dem Erhalt des ersten Superjumbos Airbus A380 im kommenden Mai vorgestellt werden soll, noch keine flaches Bett eingeführt werden.

Emirates-Chef Clark hofft mit dem besseren Produkt auf weiter steigende Einnahmen. "Gerade weil immer mehr Fluglinien Angebot in der Business und First Class runterfahren, haben wir eine Chance da zuzulegen" sagt Clark.  Das zeige die Erfahrung während der Branchenkrise der vergangenen anderthalb Jahre. Fast alle seine Konkurrenten, so Clark, seien dem Reflex erlegen, nicht nur die Kosten, sondern auch ihren Service zu kappen und hätten so Kunden verloren. Emirates hingegen habe zwar gespart und so Kosten etwa im Einkauf und der Verwaltung in rund einem halben Jahr um 16 Prozent gekürzt. "Doch wir haben unsere Netz an Flugzielen sogar noch ausgebaut und so Kunden gewonnen", sagt Clark.

Kein Kundenrückgang bei Emirates

Zwar hatte auch Emirates vorübergehend mehr als zehn Prozent weniger Passagiere in der Business und First Class, wo die Linie wie alle in der Branche mehr Umsatz und Gewinn macht als in der engeren Touristenklasse. Doch im Gegenzug gab es ein zweistelliges Passagierplus in der Economy Class durch sparsame Geschäftsreisende, die zuvor in den Nobelabteilen oder bei anderen Fluglinien gereist sind. "Darum konnten wir es riskieren, die Preise in der Economy Class im Schnitt um fast ein Drittel zu erhöhen – und waren trotzdem noch besser ausgebucht als zuvor." 

Dass fast alle seine Konkurrenten über Kundenschwund klagen, kann Clark nicht nachempfinden. Emirates habe insgesamt keinen Rückgang gespürt. Dafür sorgte vor allem das weltweite Netz der Linie mit Strecken wie China nach Afrika oder nach Lateinamerika. „Dort gab es an beiden Enden fast keine Rezession und wir bieten die schnellste Verbindung zwischen diesen Regionen, was uns vor allem Geschäftsreisende gesichert hat“, sagt Clark. Aber auch in Europa und Nordamerika habe man ein Plus und sei gegen den Markt gewachsen. „Hier könnten wir mehr Flugzeuge füllen, wenn wir sie denn hätten“, sagt Clark. „Wir sehen immer noch mehr viel versprechende Strecken, als wir derzeit bedienen können.“

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