Luftfahrt: Tödliche Wartezeit für AUA bei Übernahme durch Lufthansa

KommentarLuftfahrt: Tödliche Wartezeit für AUA bei Übernahme durch Lufthansa

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Verschluckt sich die Lufthansa an Austrian Airlines und anderen Zukäufen?

Die Übernahme der Austrian Airlines durch die Lufthansa wird allmählich zu einer unendlichen Geschichte. Nachdem zuerst innerhalb von Österreich Politik und der Nationalstolz die Sache verzögert haben, bremst nun ein Konflikt zwischen zwei EU-Kommissaren die Sache. Das könnte für Austrian das Aus bedeuten. Doch das wäre am Ende nur für die AUA-Angestellten ein großer Schaden.

Sicher, die Verzögerung ist auf den ersten Blick unverständlich. Da beschwören Politiker in ihren Sonntagsreden immer, wie dringend die taumelnde Flugbranche eine Konsolidierung brauche – und torpedieren dann jeden Versuch mit immer neuen Auflagen. Und das sogar dann, wenn eine Linie eine andere schlucken will, bei der sie wie Lufthansa bei Austrian de facto bereits vorher das Sagen hatte.

Die Verschieberei der Behörden verkennt die Arbeitsweise der Flugbranche. Da nur eine Handvoll Linien ihren Aktionären mehr Geld bringt, als wenn die in Pfandbriefe investiert hätten, kann auch fast keine Linie ein andere kaufen. Das schafft nur, wer schon stark ist und den Übernommenen mit einem geringen Risiko wieder flott bekommt. Die Bedingung erfüllt für eine europäische Linie, die wie Austrian kein Billigflieger ist, im Moment eben nur die Lufthansa. Air France und British Airways schrieben bereits im vergangnen Geschäftsjahr rote Zahlen und sind nun noch mal eingebrochen.

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Verzögerungen gefährden AUA-Überleben

Somit ist eine Entscheidung gegen die Lufthansa über ein Verbot, zu strenge Einschränkungen oder eine zu lange Prüfung, eine Art Todesurteil für die AUA. Denn Lufthansa hat angedroht, ihr Angebot zurückzuziehen, falls die Auflagen zu streng sind oder es bis zum am 31. Juli kein OK gibt. Das klingt dramatisch, doch letztlich ist eine Verzögerung mit anschließender Pleite auch ein Beitrag zur Konsolidierung.

Und nicht der schlechteste. Bitter ist die Sache für die Beschäftigten, die ihre Jobs verlieren und wie viele andere im Moment wenig Hoffnung haben, ähnlich guten Ersatz zu finden. Doch davon abgesehen, ist bei Lufthansa sowie den Passagiere und Unternehmen aus Österreich der Schaden gering.

Natürlich ärgert sich die Lufthansa, wenn sie nun ihren Partner im Süden nicht wie geplant übernehmen darf, während sie die eigentlich nicht gewollte britische BMI ohne Auflagen übernehmen darf. Die beiden Linien arbeiten eng zusammen und Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber stammt aus Österreich, wo er sich im vorigen Jahr einen Alterssitz in Salzburg mit Sicht auf sein geliebtes Festspielhaus gekauft hat.

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