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Luftfahrt: Was die Golf-Airlines besser machen als Lufthansa & Co.

von Rüdiger Kiani-Kress

Die aktuelle Rezession ist die beste Hilfe für den Angriff der arabischen Fluglinien Emirates, Etihad und Qatar Airways auf Lufthansa und Co.

Qatar Airways ist neben Quelle: dpa
Qatar Airways ist neben Emirates und Etihad die größte Konkurrenz für Lufthansa und Co. Quelle: dpa

Beißend heiß wie ein Fön auf voller Stufe presst sich der Wind zwischen den schicken granitverkleideten Häusern hindurch und wirbelt Reste von Baumaterial in den blauen Wüstenhimmel am Flughafen des arabischen Emirats Abu Dhabi. Im Gebäude flickt ein Techniker noch ein paar Dinge. „Unsere neue Firmenzentrale ist toll“, sagt James Hogan, Chef der Fluglinie Etihad. „Doch vier Monate nach unserem Einzug ist sie schon ein wenig zu klein.“

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15 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahr will Etihad 2009 befördern und bekommt dafür bis Jahresende sieben neue Flugzeuge. Das ist ansteckend. Gut 100 Kilometer im Osten in Dubai beim Konkurrenten Emirates sowie rund 300 Kilometer im Westen im Emirat Katar bei Qatar Airways sind die Pläne ähnlich. „Wir werden noch zehn Jahre lang weiter zweistellig wachsen“, sagt Qatar-Chef Akbar Al Baker.

Perfekter Zeitpunkt

Während die Rezession dem Rest der Branche Passagierrückgänge von zehn Prozent und Umsatzeinbrüche von einem Fünftel beschert und selbst die solideLufthansa (LH) an den Rand der roten Zahlen und in ein neues milliardenschweres Sparprogramm treibt, arbeitet die Generation Golf weiter, als ginge sie der Rest der Welt nichts an. „Unsere Gruppe war im vorigen Geschäftsjahr erstmals profitabel, und wir erwarten auch 2009 Gewinn“, sagt Al Bakar der WirtschaftsWoche. 2010 will das auch Hogan schaffen: „Schwarze Zahlen sind unser Ziel, wenn die Ölpreise nicht steigen und die Nachfrage hält.“

Die Krise ist offenbar die beste Hilfe für den gnadenlosen Vormarsch der drei Fluglinien. Weil der Rest der Branche schrumpft und die Golf-Airlines weiter wachsen, steigern sie ihren Marktanteil und ihre Bekanntheit. „So gesehen konnte die Rezession für Emirates, Etihad und Qatar zu keinem besseren Zeitpunkt kommen“, sagt Peter Harbison, Chef des auf die Flugbranche spezialisierten Marktforschers Centre for Asia Pacific Aviation.

Jede der drei Golf-Linien hat mehr als 140 Langstreckenflugzeuge bestellt und will keines stornieren. Die Orderliste ist länger als die aller Gesellschaften Europas zusammen. In vier Jahren wird Emirates die größte Linie im Fernverkehr sein, prognostiziert die Investmentbank UBS. Ohne die jüngsten Übernahmen von Lufthansa und Air France wäre Dubais Airline das wohl bereits 2010 zum 25. Geburtstag gelungen.

Wirtschaft in Golf-Region legt zu

Die Heimatländer der Golf-Linien erweitern parallel die Flughäfen. Allein der Al-Maktoum-Airport in Dubai soll ab 2015 Platz für jährlich 150 Millionen Passagiere bieten – so viel wie Paris-Charles de Gaulle, Frankfurt und München zusammen. „Das wirkt ein bisschen wie Wahnsinn“, sagt Harbison.

Aber Wahnsinn mit Methode. Natürlich geht die Krise nicht spurlos an den Golfern vorbei. „Auch die verkaufen weniger Tickets in der Business Class. Und First-Class-Kunden gibt es fast nicht mehr“, sagt Alexander Tamdjidi, Branchenspezialist der Unternehmensberatung PA Consulting Group.

Doch darunter leiden die Golf-Linien weniger als ihre Konkurrenten. Die Wirtschaft der Region legt im Gegensatz zum Rest der Welt noch zu. „Katar wächst mit fast zehn Prozent“, sagt Qatar-Chef Al Baker. „Da müssen wir doch zumindest mithalten.“ Dazu trifft der Rückzug aus First und Business Class die Linien weniger hart als die Europäer. Bei British Airways und Lufthansa fliegen 25 Prozent aller Kunden in den beiden teuren Klassen, bei den GolfLinien nur 15 Prozent.

13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.09.2009, 14:54 UhrAnonymer Benutzer: AN: "Wolfgang"

    "Das bESTE, das man von einer Reise mit nach Hause bringen kann
    - ist die h e i l e H a u t " !

    deshalb habe ich meinen kindern auch Lufthansa "verordnet"

  • 29.07.2009, 15:36 UhrAnonymer Benutzer: Wolfgang

    LH, einmal, nie wieder. Warum. Wir sind mit LH nach Kuala Lumpur via bangkok gefolgen. War der Hinflug noch akzeptabel, so war der Rückflug der von Thai Air durchgeführt wurde eine Katastrophe. Die Sitze welche wir im büro der LH in Kuala Lumpur reserviert hatten und die uns bestätigt wurden, von LH bestätigt und nicht von Tha, gab es dann überhauptnicht. So mussten wir in der letzten Reihe in der Mitte platz nehmen. Das gereichte Abendessen war ungeniessbar. Das servierte Fleisch war total ausgetrocknet und säh bis zum geht nicht mehr. Die später gereichten Mahlzeiten waren etwas besser, wenn auch nicht viel.
    Ganz im Gegensatz dazu Quatar Airways vor einem Jahr. Hin und Rückflug, alles bester Service. Alles klappte recht gut, bis auf die Tatsache, dass Quatar für den Rückflug die Abflugzeit in KL geändert hatte. Wir würden immer wieder mit Quatar aber nie wieder mit LH oder Thai fliegen.

  • 24.07.2009, 15:45 UhrAnonymer Benutzer: caterer2

    manche Zuschriften zeigen, dass das Prinzip internationalen Wettbewerbs, dem im übrigen fast alle branchen unterliegen, vielfach noch nicht in den Köpfen angekommen ist. Höhere Kosten am Standort Deutschland - das Problem haben andere Unternehmen auch - und müssen eben durch ihr Produkt überzeugen.
    in überfüllten Zubringer-iCEs mit Koffern im Gang nach Frankfurt fahren zu müssen (selbst oft genug erlebt) ist nur dann ein funktionierendes Geschäftsmodell, solange es nur schwache direkte Konkurrenz gibt.
    Dies wird sich durch den Markteintritt der Golf-Airlines ändern, LH muss in der Holzklasse, die in der jetzigen Krise wichtiger wird, schlicht mehr bieten oder eben künftig auf Marktanteile verzichten.
    Und dass es bA schlechter geht ist nun wahrlich kein Vergleichsmassstab.

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