Luftfahrtkonzern: EADS will mit Zukäufen den Umsatz bis 2020 verdoppeln

Luftfahrtkonzern: EADS will mit Zukäufen den Umsatz bis 2020 verdoppeln

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der Chef des Luftfahrtkonzerns EADS, Louis Gallois, will den Umsatz in den kommenden zehn Jahren verdoppeln und setzt dabei nicht nur auf organisches Wachstum, sondern vor allem auf Übernahmen.

„Wir wollen unseren Umsatz bis 2020 von heute 43 auf rund 80 Milliarden Euro verdoppeln“, kündigte Gallois an. „Das geht natürlich nicht nur mit organischem Wachstum.“ Akut stünden zwar keine Übernahmen an. „In der derzeitigen Krise liegen die Prioritäten zunächst auf dem Schutz unserer Liquidität und unseren Programmen zur Effizienzsteigerung. Langfristig müssen wir jedoch ein Gleichgewicht zwischen organischem Wachstum und Zukäufen finden.“

Dabei wolle EADS vor allem den Service-Bereich, die Raumfahrt und den Militärbereich stärken. „Wir müssen unsere anderen Geschäftsfelder stärken, denn das Geschäft mit Zivilflugzeugen schwankt stark, und jedes neue zivile Programm ist so teuer, dass man bei jedem ein großes Risiko eingeht“, so Gallois. „Unser Portfolio jenseits des Zivilflugzeuggeschäfts ist bereits sehr stark. Dazu zählt übrigens bei Weitem nicht nur der Verteidigungsbereich, sondern auch der wachsende Markt für Sicherheitsanwendungen, das Geschäft mit Helikoptern sowie das Geschäft unserer Raumfahrtsparte Astrium, das sehr gut läuft.“ Zukäufe kann sich Gallois vor allem im Service-Geschäft vorstellen. „Bei den Services beispielsweise sehe ich ein Potenzial zwischen 20 und 25 Prozent am Gesamtumsatz. Heute liegen wir bei etwas mehr als zehn Prozent. Das sind Leistungen wie Wartung, Training oder Instandhaltung. Dem wollen wir neue Dienstleistungen hinzufügen.“

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Entgegen anderer Spekulationen hat EADS noch nicht entschieden, ob sich der Konzern an der erneuten Ausschreibung des Auftrages zum Bau von Tankflugzeugen für die USA beteiligen wird. „Wir haben nie gesagt, dass wir uns aus dem Wettbewerb zurückziehen, sondern lediglich unsere Bedenken an dem gegenwärtigen Ausschreibungsentwurf geäußert“, so Gallois. „Eine Entscheidung über eine Teilnahme werden wir treffen, sobald uns die finale Ausschreibung vorliegt.“ Allerdings biete der jetzige Entwurf keine Möglichkeit für eine Teilnahme. „Unser Partner Northrop Grumman und wir sind uns einig, dass wir uns an der Ausschreibung in ihrer gegenwärtigen Form nicht beteiligen können. Denn derzeit sieht es so aus, als ob es nicht mehr um das beste Preis-Leistungs-Verhältnis gehen würde, sondern nur noch darum, wer das billigste Flugzeug mit einem minimalen Leistungsvermögen baut. Da fallen die Dinge, bei denen unser Flugzeug klare Vorteile hat und die bei der letzten Ausschreibung entscheidend waren, nicht mehr ins Gewicht – vor allem die Fähigkeit, mehr Treibstoff, mehr Ladung oder mehr Passagiere transportieren zu können.“

Der Zwischenbericht der Welthandelsorganisation, in dem EADS illegale Staatshilfen nachgesagt werden, spiele für die Entscheidung keine Rolle. „Das Pentagon hat klargestellt, dass der Zwischenbericht bei der Tanker-Ausschreibung keine Rolle spielen wird.“ Zudem gehe EADS davon aus, dass im nächsten Bericht auch die Hilfen für den Konkurrenten Boeing untersucht werden. „Die Welthandelsorganisation (hat) für Anfang 2010 einen weiteren Zwischenbericht angekündigt, der sich mit der europäischen Klage gegen die Subventionen der US-Regierung für Boeing beschäftigt. Wir werden sehen, ob dieser Bericht über die US-Subventionen von gleicher Qualität sein wird wie der über die europäischen.“

Der EADS-Chef äußerte sich auch zur bevorstehenden Neuordnung der Aktionärsstruktur im nächsten Jahr. Wenn der sogenannte Aktionärspakt auslaufe und jeder der großen Anteilseignern der Autohersteller Daimler, dem Verlagshaus Lagardère sowie dem französischen Staat seine Beteiligung verkaufen könne, ist aus Sicht von Gallois eine Goldene Aktie für die beste Lösung. „Niemand in Europa will, dass es zu einer feindlichen Übernahme von EADS kommt. Eine Goldene Aktie könnte eine Lösung sein, denn sie beschränkt keinen der heutigen Anteilseigner und gibt ihnen mehr Bewegungsspielraum“, warb Gallois für diese Konstruktion, die Deutschland und Frankreich quasi eine Mehrheit in Form einer Aktie gebe. „Aber auch hierzu müssen Sie die Anteilseigner fragen“, fügte Gallois hinzu.

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