Luftfahrtmesse Paris : Rabattschlacht der Riesenflieger

Luftfahrtmesse Paris : Rabattschlacht der Riesenflieger

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Der neue Airbus A320neo

von Rüdiger Kiani-Kreß

Auf der weltgrößten Luftfahrtmesse in Paris bestimmen in der kommenden Woche vor allem die Mittelstreckenflugzeuge die Schlagzeilen. Doch während bei den großen Jets Airbus und Boeing das Bild bestimmen, herrscht bei den kleineren längst globaler Wettbewerb. Nur durch teure Neuerungen können die Großen das Brot- und Buttergeschäft sichern.

Im Vergleich zu anderen Industrien haben es die Flugzeughersteller eigentlich gut. Dank Globalisierung und wachsendem Fernweh steht die Fliegerei vor einer Ära fast grenzenlosen Wachstums. Sowohl Boeing aus den USA als auch Airbus, Tochter des europäischen Luftfahrtgiganten EADS, rechnen damit, dass die Branche mit fast 35 000 Passagiermaschinen mehr neue Flugzeuge ausliefern wird als in den gut 100 Jahren seit dem Erstflug der Gebrüder Wright.

Dafür sorgt zum einen das Wachstum in China und Indien, das neben den dortigen Fluglinien auch die Airlines im Rest der Welt beflügelt, vom Billigflieger AirAsia, der angeblich 200 Flugzeuge ordern will, über die Golflinien wie Emirates oder Qatar bis hin zu den Europäern. Doch mindestens ebenso wichtig sind der steigende Spritpreis und die wachsenden Umweltauflagen etwa durch den Europäischen Emissionshandel. Beide sorgen für steigende Kosten, denen sich die Fluglinien nur entziehen können, wenn sie neue sparsamere Maschinen bestellen.

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Teure Wartung

Auch wenn die Bestellungen inzwischen zu gut einem Drittel aus Asien kommen, die wichtigen Messen sind nach wie vor die beiden großen Sommer-Messen, bei denen sich London (gerade Jahre) und Paris (ungerade Jahre) abwechseln. Eine gleichwertige in den USA konnte sich nie etablieren. Denn auch wenn die neuen Flugzeugen aus Brasilien, China oder Russland kommen, prägt westliche Technologie nicht zuletzt kleinerer Unternehmen, die trotz der Verschiebung zu den asiatischen Leitmessen in Dubai und Singapur die beiden europäischen Messen bevorzugen. So werden am Ende auch in diesem Jahr nirgends auf der Welt in so kurzer Zeit Dinge in so hohem Wert verkauft wie auf der Pariser Messe - nicht zuletzt weil Airbus-Verkaufschef John Leahy sich neue Aufträge aufhebt, so dass Journalisten auf Messen oft von einer Ankündigung zur nächsten hetzen.

Ein überholtes Ritual, zumal dabei regelmäßig überzogene Kaufpreise suggeriert werden. Denn am Ende gilt ein Wort von Steve Udvar-Hazy, der als Chef mehrere Leasingfirmen zu den einflussreichsten der Branche zählt: Es gibt Lügen, verdammte Lügen – und Listenpreise. Tatsächlich zahlt keine Fluglinie, die mehr als eine Handvoll Maschinen nimmt, den vollen Preis. Kauft AirAsia wirklich 200 Exemplare des Airbus A320 neo, dann zahlt sie statt der genannten 18 Milliarden Dollar wahrscheinlich nicht mal die Hälfte.

Die Großbesteller vom Golf wie Etihad bekommen ihre Riesenflieger in der Regel für zwei Drittel des Listenpreises. Aber auch Stammkunden wie Lufthansa, bekommen ähnliche Rabatte, weil die Deutschen dank ihres Images als besonders kritische Technikfreaks mit ihrer Order eine Art Ritterschlag, besonders für neue Modelle sind. Zudem sind die Kaufpreise immer nur ein Teil der Kosten. In den 20 Jahren oder mehr, die ein neues Flugzeug unterwegs ist, schlagen Kosten für Wartung und Vorteile durch niedrigeren Spritverbrauch noch mal genauso hoch zu Buch wie der Kaufpreis.

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