Lufthansa: Gute Zahlen und ein kleines Servus

Lufthansa: Gute Zahlen und ein kleines Servus

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Der scheidende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa AG, Wolfgang Mayrhuber am Ende seiner letzten Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Wolfgang Mayrhuber präsentierte auf seinem letzten großen Auftritt als Lufthansachef mit guten Zahlen und in gedämpfter Stimmung. Ein Kommentar von Wirtschaftswoche-Redakteur Rüdiger Kiani-Kress.

Auf seinem letzten großen Auftritt in der Öffentlichkeit als Lufthansachef hätte Wolfgang Mayrhuber eigentlich ein größeres Publikum verdient. Doch der Saal im sechsten Stock der Hauptverwaltung von Europas größter Fluglinie am Frankfurter Flughafen war höchstens halbvoll als der 63-jährige heute in der die Bilanz der ersten neun Monate vorstellte.

Dabei war es schon ein historischer Moment. Denn Mayrhuber wird Ende des Jahres die Konzernleitung an den heutigen Chef des Fluggeschäfts Christoph Franz weitergeben und nur kleinere Posten wie jene im Aufsichtsrat der Austrian Airlines oder der Lufthansa Technik behalten. Auch dass er wie von vielen erwartet, Chef eines gemeinsamen Interessenverbands der Fluglinien, Flughäfen und Flugzeughersteller wird, hat Mayrhuber zurückgewiesen. „Da gibt es genug andere Talente und ich will auch wieder eine Balance in meinem Leben haben“, sagte der für extremen Arbeitseinsatz bekannte Manager.

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Doch auch Mayrhuber selbst war zunächst nicht gerade in Feierlaune. Vielleicht weil der Raum nicht wie sonst bei einem solchen Anlass überquoll, strahlte der sonst immer charmante und gut gelaunte Österreicher eine gewisse Enttäuschung aus und wirkte matt wie das düstere Grün der Bühnendekoration.

Beachtliche Zahlen

Und die Stimmung zog sich auch durch seinen Vortrag, bei dem er sich ungewöhnlich oft verhaspelte. Nur einen kurzen Moment war er der alte, als er mit trockenem Hals die Bitte um ein Glas Wasser kommentierte mit den Worten „Ohne Liquidität geht in unserem Geschäft gar nichts.“ Ansonsten gab es ungewohnte Kommentare, etwa zum Thema Schwachstellen der Lufthansa „So lange dauert diese Konferenz nicht, um die alle aufzuzählen.“

Dabei bestand zu schlechter Laune überhaupt kein Anlass. Denn die Zahlen können sich mehr als sehen lassen. Fast 800 Millionen Euro Gewinn schaffte der Konzern zwischen Juli und September. Das hievte das Jahresergebnis nach dem durch Streiks, besonders schneereiche Winter und die Flugverbote durch die Wolken aus Vulkanasche verkorksten ersten Halbjahr das Ergebnis deutlich ins Plus. Und wären da nicht die defizitären Zukäufe Austrian Airlines und die britische BMI, hätte Lufthansa gar 900 Millionen Euro verdient.

Am Ende sind gut vier Prozent Umsatzrendite sicher keine Sensation, schon gar nicht im Vergleich mit Billigfliegern wie Ryanair, die locker auf mehr als das dreifache kommen, aber doch eines der besten Quartal der Lufthansageschichte und deutlich besser als die wichtigsten Konkurrenten wie British Airways oder Air France, die im aktuellen Geschäftsjahr wohl nur mit Mühe ins Plus kommen werden.

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