Luxusmarken: Neuer Bally-Chef will Exklusivität steigern

Luxusmarken: Neuer Bally-Chef will Exklusivität steigern

von Lothar Schnitzler

Berndt Hauptkorn, neuer Chef des Schweizer Luxuskonzerns Bally, will die Exklusivität der Schuh- und Taschenmarke steigern und dafür das Ladennetz und auch das Produktangebot ausdünnen.

Künftig werde Bally nur noch in Top-Lagen vertreten sein, kündigte Hauptkorn im Gespräch mit der WirtschaftsWoche an. „Es gab einen allgemeinen Trend zum demonstrativen Luxus und zur Umsatzsteigerung durch Überdehnung des Vertriebsnetzes. Die Probleme, die die Branche jetzt hat, lassen sich zum großen Teil auch damit erklären. Das hat zu einer Krise des Luxusproduktes geführt, das häufig nicht mehr als einzigartig empfunden wird. Wir wollen dagegen exklusiv bleiben, die Marke nicht überspreizen, nicht jede Produktlücke füllen“, so Hauptkorn. „Wir werden uns auf die großen Metropolen dieser Welt konzentrieren. Wir wollen nicht in allen B-Zentren vertreten sein.“

Die Marke werde künftig wieder stärker ihre Herkunft betonen. „Unsere Topkunden haben uns signalisiert, dass Bally für sie Werte unseres Stammlandes Schweiz verkörpert. Wir hatten das in der Vergangenheit zu wenig in den Vordergrund gestellt und stattdessen zu sehr mit der Modewelt kokettiert. Das Schweizer Erbe mit einem klaren Fokus Schuhe und Leder wird künftig eine größere Rolle spielen. Da sind wir stark und glaubwürdig. Wenn wir auf allen Hochzeiten tanzen, verspielen wir unseren Wettbewerbsvorteil.“

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Hauptkorn will den Umsatz dagegen aus der inhaltlichen Stärkung der Marke steigern. „Bally war bis vor einem Jahr in Händen des Privat-Equity-Unternehmens TPG. Mein Vorgänger musste deshalb den Fokus auf Umsatz- und Ertragsentwicklung legen – auch kurzfristig. Wir haben einen anderen Zeithorizont, wollen die Marke nachhaltig entwickeln.“

Insgesamt gehe es Bally so gut, dass das Unternehmen mit seinen 1.750 Mitarbeitern im Gegensatz zu Wettbewerbern wie Versace auf einen Stellenabbau verzichten könne. „Die Krise hat uns verschont. Unsere Zahlen waren in diesem Jahr ebenso gut wie im vergangenen Jahr. Wir brauchen deshalb die Zahl der Arbeitsplätze nicht einzuschränken.“ Wachsen wolle Bally vor allem in den deutschsprachigen Ländern, eine erhebliche Ausweitung des Geschäftes in den USA plant Hauptkorn nicht. „Der Fokus bleibt auf Europa. Vor allem in der Schweiz und den deutschsprachigen Ländern haben wir einiges vor. Wir werden in den kommenden Monaten in Hamburg einen neuen Store aufmachen und bis Mitte 2011 in Luzern, Lausanne und Wien die Läden grundlegend erneuern.“

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