Machtkampf: Piëch steht bei Porsche-Umbau kurz vor dem Ziel

Machtkampf: Piëch steht bei Porsche-Umbau kurz vor dem Ziel

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Ein Porsche Modellauto Carrera 911 Cabriolet vor einem Logo der Automarke Volkswagen

Das Ende des Porsche-Dramas ist in Sicht: Zeitungsberichten zufolge dürfte der Streit zwischen Volkswagen und Porsche in ein integriertes Modell beider Autobauer münden. Damit hätte sich VW-Patriarch Piëch durchgesetzt - Porsche-Chef Wiedeking wäre der große Verlierer.

Der Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche scheint seinem Ende zuzugehen. Die Eigentümer des Sportwagenbauers, die Familien Porsche und Piëch,  sollen sich demnach darauf verständigt haben, dass Volkswagen und Porsche einen gemeinsamen Konzern bilden. Das meldete die Online-Ausgabe der "Welt" ohne Angabe von Quellen.

Die "Financial Times Deutschland" ("FTD") berichtetet heute übereinstimmend, dass die Porsche-Eigner sich im Grundsatz auf ein Konzept des Zusammengehens geeinigt hätten, das im wesentlichen den Vorstellungen von VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Mitgesellschafter Ferdinand Piëch entspricht. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hingegen sei mit seinem Versuch gescheitert, Europas größten Autobauer zu übernehmen, und wolle das Unternehmen verlassen.

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Von Wiedekings Ausscheiden hatte gestern Abend die WirtschaftsWoche exklusiv berichtet. Porsche dementiert den geplanten Weggang Wiedekings vehement. "Wiedeking ist im Amt und bleibt im Amt“, sagte ein Porsche-Sprecher heute. Das Unternehmen wisse nichts davon, dass Wiedeking einen Berater angeheuert habe, um seinen Rückzug  vorzubereiten. Von einer Einigung der Familien Porsche und Piech über die Entschuldung des Konzerns und Zukunft mit VW „ist uns nichts bekannt“.

Wie "FTD" und "Welt" berichteten, soll VW zunächst knapp 50 Prozent des Porsche-Sportwagengeschäfts übernehmen. "Porsche rückt an Volkswagen ran, einen anderen Weg gibt es nicht mehr", zitierte die "Welt" aus gut informierten Kreisen. Die "FTD" berichtete, ein formaler Beschluss fehle zwar noch. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piech hätten sich aber zudem prinzipiell darauf verständigt, den neuen Autoriesen für einen externen Investor zu öffnen. Interesse an einem Einstieg hat das Emirat Katar.

Die "FTD" zitierte einen Porsche-Sprecher mit den Worten: "Uns ist nicht bekannt, dass es eine grundsätzliche Einigung gibt." Am kommenden Donnerstag treffen sich die Aufsichtsräte von VW und Porsche zu getrennten Sitzungen in Stuttgart.

Porsche-Gesamtbetriebsratschef Uwe Hück stärkte in einem Interview mit deutlichen Worten Wiedeking den Rücken. Der Manager werde so lange im Unternehmen bleiben, wie es sein Vertrag zulasse, sagte Hück gestern Abend im ZDF. Das sei bis zum Jahr 2012. Zugleich griff Hück den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) scharf an. Angesprochen auf den möglichen Einstieg des Emirates Katar bei Porsche sagte Hück, er erwarte von Politikern, dass sie sich für Arbeitsplätze einsetzten. „Und ich erwarte jetzt auch, dass Günther Oettinger Ministerpräsident von Baden-Württemberg, jetzt ein Machtwort spricht und auch seinem Parteifreund sagt, er soll jetzt einfach mal die Klappe halten.“

Das tat der baden-württembergische Ministerpräsident auch: Oettinger (CDU) rügte das „Kriegsgeschrei“ im Machtkampf zwischen Volkswagen und Porsche gerügt und bezog hier auch Wulff mit ein. Wulff „überzieht in seiner Kommentierung handelnder Personen“, sagte Oettinger der „Stuttgarter Zeitung“.

Wulff stemmt sich vehement gegen eine Übernahme von Volkswagen durch Porsche. Er hat Porsche-Chef Wendelin Wiedeking indirekt mit seinem Einfluss auf mögliche Geldgeber für den hochverschuldeten Sportwagenbauer gedroht. Der Regierungschef dringt darauf, dass es zu einem integrierten Konzern VW/Porsche kommt. Hier stimmte Oettinger seinem Amtskollegen zu. „Ein integrierter Konzern ist das richtige Ziel“, sagte der CDU-Politiker. Porsche sei bei aller Exzellenz zu klein, um in Forschung und Entwicklung vorne zu bleiben.

Der Machtkampf zwischen Piech und Wiedeking überschattet auch das 100-jährige Jubiläum von Audi, das am Abend im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Festveranstaltung in Ingolstadt gefeiert wird. Für VW-Großaktionär Niedersachsen hatte Ministerpräsident Christian Wulff alle Beteiligten aufgefordert, noch vor der Audi-Jubiläumsfeier Klarheit über die Zukunft von Volkswagen und Porsche zu schaffen.

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