Magna-Übernahme: Jobabbau bei Opel trifft Bochum am härtesten

Magna-Übernahme: Jobabbau bei Opel trifft Bochum am härtesten

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Poroteste in Spanien: "Por el empleo en Opel" (Für eine Beschäftigung bei Opel) haben am Wochenende die Mitarbeiter in Saragossa demonstriert

Vor ersten Verhandlungen über den Stellenabbau bei Opel sickern konkretere Informationen über die Pläne des vorgesehenen neuen Besitzers Magna durch. Von den deutschen Werken solle Bochum mit dem Abbau von 2045 Jobs am härtesten betroffen sein. Auch in Spanien protesierten Mitarbeiter.

Das berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf ranghohe Verhandlungskreise. Heute seien in Rüsselsheim erste Gespräche über den geplanten Personalabbau angesetzt. Daran nähmen die Mitglieder des Steuerungskomitees des europäischen Betriebsrats von Opel/Vauxhall sowie die Arbeitsdirektoren und die Produktionsbereichsleiter von Magna und Opel teil, hieß es. Am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim wolle Magna 1817 Arbeitsplätze streichen, schrieb die Zeitung weiter. 1100 Stellen davon entfielen auf die Verwaltung, der Rest auf die Produktion. Insgesamt sollen in Europa 10.560 Stellen wegfallen, davon 4500 bei Opel in Deutschland.

Das Werk Eisenach bleibe von Stellenstreichungen verschont, da Produktionskapazitäten aus dem spanischen Saragossa nach Thüringen verlagert würden. In Saragossa protestierten am Samstag mehrere tausend Menschen gegen den möglichen Stellenabbau in Spanien. Die Demonstranten forderten den Erhalt des Werkes im nahegelegenen Figueruelas und drohten mit einem Streik. Die Gewerkschaften befürchten, dass in Figueruelas rund 1650 der insgesamt 7500 Jobs gestrichen werden.

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Kritik und Proteste in Spanien

Die Gewerkschaften in Spanien hatten einen Verkauf von Opel an den belgischen Finanzinvestor RHJI befürwortet, weil dessen Pläne weniger Stellenstreichungen in ihrem Land vorsahen. Nach ihren Angaben ist der spanische Opel-Standort, an dem die Modelle Corsa und Meriva montiert werden, der rentabelste und produktivste des Unternehmens in Europa. Von dem Werk hängen indirekt weitere rund 13.000 Arbeitsplätze ab. Die spanische Regierung hatte im Streit um die Opel-Rettung Berlin scharf kritisiert und eine genaue Prüfung der deutschen Hilfen durch die EU-Kommission gefordert. Die europäischen Gewerkschaften wollen am kommenden Mittwoch auch gegen eine drohende Werkschließung in Antwerpen protestieren.

Sberbank fordert Technologie-Import nach Russland

Aus Deutschland sollen in zehn Bussen Mitarbeiter in die belgische Hafenstadt gebracht werden. Die Arbeitnehmervertreter lehnen Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ab. Die als einer der Opel-Käufer vorgesehene russische Sberbank betonte, dass sie einen Zugriff auf die Technologie des Autobauers als untrennbaren Bestandteil des Geschäfts sehe. „Falls der Import der Technologien (nach Russland) nicht stattfindet, würde dies bedeuten, dass wir (mit den Verhandlungen) nur Zeit verloren haben“, sagte Sberbank-Chef German Gref der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Ein solcher Zugriff sei für sein Unternehmen „ein wesentlicher Grund“ zur Teilnahme an dem Geschäft, betonte Gref während eines Wirtschaftsforums in der Schwarzmeerstadt Sotschi. Die bisherige Opel-Mutter General Motors (GM) steht einem Technologie-Transfer nach Russland Presseberichten zufolge skeptisch gegenüber. Magna und Sberbank wollen jeweils 27,5 Prozent an Opel übernehmen. Der bisherige Eigentümer GM will 35 Prozent behalten, zehn Prozent sollen bei den Mitarbeiter liegen.

Betriebsrat fordert gerechte Verteilung der Lasten

Auch der Betriebsrat die Planungen des neuen Investors Magna abgelehnt. „Das sind Planzahlen, die wir so nicht akzeptieren. Wir machen solche Rechnungen nicht auf“, sagte der Chef des Europäischen Arbeitnehmerforums bei Opel, Klaus Franz, in einem dpa-Gespräch über die konkreten Streichpläne, die bereits für jedes Werk vorliegen sollen.

Der Betriebsratschef, der sich in den vergangenen Monaten für den Einstieg des Autozulieferers Magna mit seinen russischen Partnern stark gemacht hatte, warb erneut für eine gesamteuropäische Lösung des notwendigen Kapazitätsabbaus. „Die Produktionsvolumen und auch die zu tragenden Lasten müssen gerecht auf die europäischen Werke aufgeteilt werden.“

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