MAN-Übernahme: VW-Chef Winterkorn wills wissen

MAN-Übernahme: VW-Chef Winterkorn wills wissen

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Volkswagen-Chef Martin Winterkorn

von Franz W. Rother

Der Volkswagen-Chef erhöht die Beteiligung des Konzerns an MAN, um die geplante Nutzfahrzeugallianz von VW mit Scania und dem Münchner Lkw- und Bushersteller endlich Realität werden zu lassen. Es könnte ein teurer Spaß werden.

VW-Chef Martin Winterkorn hat seinen Lkw- Führerschein schon vor Jahren gemacht – vor vier Jahren, als sich der Konzern anschickte, beim schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania die Mehrheit zu übernehmen. Winterkorn hat seitdem fast sämtliche Fahrzeuge von Scania zur Probe gefahren und sie mit den Produkten von MAN vergleichen, dem anderen großen Nutzfahrzeughersteller, an dem die Wolfsburger beteiligt sind. Zwei Marken, ähnliche Technik, Märkte und Kunden, aber unterschiedliche Motoren, Lieferanten und Fertigungssysteme – das kam der Ingenieur schon ins Grübeln. Enorme Synergien, Einspar- und Wachstumspotenziale taten sich vor seinem geistigen Auge auf.

Korruptionsaffäre brachte Verhandlungen zum Erliegen

Mit der Rückendeckung durch VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech – ebenfalls stolzer Besitzer einer Fahrerlaubnis der Klasse CE – ließ er seine Strategie Pläne für eine Nutzfahrzeugallianz von VW mit Scania und MAN ausarbeiten. Doch trotz guter Voraussetzungen kam Winterkorn mit der Umsetzung seiner strategischen Planung lange nicht recht voran. Einerseits galt es kartellrechtliche Bedenken auszuräumen. Andererseits bremste Håkan Samuelsson: Der ehemalige Scania-Finanzvorstand und spätere MAN-Chef hatte 2006 selbst versucht, seinen früheren Arbeitgeber Scania zu übernehmen und wollte später nicht unter umgekehrten Vorzeichen mit seinen Landsleuten – und Scania-Chef -- Leif Östling kooperieren. Lange wehrte er sich gegen das Ansinnen der Wolfsburger Strategen. Doch dann wurde 2009 eine Korruptionsaffäre bei MAN bekannt, die dem MAN-Aufsichtsrat Piech genügend Munition lieferte, um den widerborstigen Manager hinauszudrängen.

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Viel Zeit hat der Kleinkrieg gekostet. Doch nun läutet Winterkorn das Finale ein – und geht die Übernahme von MAN an. Die Zeit drängt: Die Nutzfahrzeug-Märkte weltweit boomen und beflügeln die Börsenkurse der Fahrzeughersteller. Statt bei 70 Euro notiert die im DAX gelistete MAN-Aktie inzwischen bei fast 100 Euro – deutlich über dem Pflichtangebot von VW über 95 Euro pro Stammaktie. Eine Komplettübernahme von MAN könnte den Volkswagen-Konzern demnach rund zehn Milliarden Euro kosten. Allerdings könnte auch schon ein Anteil von 35 bis 40 Prozent reichen, um die Kontrolle über MAN zu erlangen.

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