Managementstudie: So führt der Mittelstand

Managementstudie: So führt der Mittelstand

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Ein Mitarbeiter der Graepel-STUV GmbH in Seehausen

von Claudia Tödtmann

Mittelstands-Chefs sind jünger und teamorientierter als häufig angenommen wird. Wie ticken sie? Wie führen sie ihre Unternehmen und welche Fehler machen sie dabei? Eine Studie räumt mit Vorurteilen auf.

Seit zwei Jahren ist das Business-Hotel am Düsseldorfer Flughafen, das Adrian van der Valk leitet, auch sein Zuhause. Der 26-Jährige zog schon dort ein, als es noch eine Baustelle war. Er wisse, wo alle Rohre laufen, erzählt der Spross der niederländischen Hoteliersfamilie van der Valk, die rund 90 Häuser besitzt. Der junge Direktor ist Feuer und Flamme für seinen Beruf: „Wenn ich mir nicht vorstellen kann, meinen Job die nächsten 30 Jahre zu machen, muss ich es lassen.“ Er sei immer da und ansprechbar – auch als Signal für die Mitarbeiter: „Das Hotel kann ich nicht vom Schreibtisch aus führen und auch nicht nur von neun bis fünf Uhr.“

Van der Valk gehört zu den fünf Prozent der Top-Führungskräfte im Mittelstand, die unter 30 Jahre alt sind. 32 Prozent sind zwischen 31 und 45 und 50 Prozent zwischen 46 und 60 Jahre alt, zeigt eine große Mittelstandsstudie der Commerzbank. Das zeigt: Der Generationenwechsel ist in den Betrieben voll im Gange und ein geringeres Problem als befürchtet.

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Der Marktforscher TNS Infratest befragte im Auftrag der Bank 4000 Mittelständler mit mindestens 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz, von denen 160 Unternehmen mehr als 100 Millionen Euro Jahresumsatz haben. Untersucht wurden Führungsverhalten, -fehler, -probleme und auch die Formation an der Spitze. Die Umfrageergebnisse zeigen: Die Chefriegen im Mittelstand sind jünger, weiblicher und arbeiten teamorientierter als weithin angenommen.

Kollegen als Korrektive

Eine Erkenntnis der Studie: „Der Patriarch, der alleine führt, ist ein Trugbild“, sagt der für den Mittelstand zuständige Commerzbank-Vorstand Markus Beumer. Alleinherrscher sind nur 33 Prozent der mittelständischen Unternehmer. In ebenso vielen Firmen führt ein Duo, bei 17 Prozent ein Trio, 16 Prozent haben vier und mehr Chefs an der Spitze. „Entscheidend ist das Führungsteam, nicht der Einzelne. Man braucht an der Spitze mehrere: den Treiber, den Controller, den Umsetzer, den Entscheider und den Auf-die-Schiene-Bringer“, sagt Andreas Schüren, Partner bei der Beratung Ebner Stolz in Köln und Spezialist für den Mittelstand.

So ein Führungsteam mit vier Leuten hat der IT-Dienstleister GFT mit seinen 1500 Mitarbeitern an 22 Standorten. Gründer und Vorstandschef Ulrich Dietz: „Es macht mehr Spaß, und man braucht die Kollegen als Korrektive.“ Und: „Wenn ein Vorstandskollege mal einen Bock schießt, versuche ich auszugleichen.“

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