Manager im Gefängnis: Unschuldig im mexikanischen Horror-Knast

Manager im Gefängnis: Unschuldig im mexikanischen Horror-Knast

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Frank Hornhauer verbrachte 530 Tage in einem mexikanisches Gefängnis

Wegen eines Übersetzungsfehlers wurde der deutsche Unternehmer Frank Hornhauer 530 Tage in ein mexikanisches Gefängnis gepfercht und erlebte dort die schlimmsten Monate seines Lebens.

Als der in Mexiko lebende deutsche Geschäftsmann Frank Hornhauer am 1. März 2007 um 7.30 Uhr in sein Auto steigen will, baut sich hinter ihm ein Mann auf und fragt: „Bist Du Frank?" Der Unternehmer kann kaum antworten, schon wird er weggezerrt. „Ich dachte, die wollen mich entführen", sagt Hornhauer. Stattdessen landet er zur Vernehmung in einem Gebäude der mexikanischen Bundespolizei. Dort eröffnet ihm ein Beamter, dass die polnische Regierung einen Auslieferungsantrag wegen seiner dubiosen Geschäfte in dem Land gestellt habe. Hornhauer glaubt zu diesem Zeitpunkt noch, es handelt sich um eine Verwechslung und lehnt die Auslieferung ab. Wenig später wird er in Handschellen in ein Gefängnis ein paar Kilometer entfernt von Santiago de Querétaro gebracht.

In der 800.000-Einwohner-Stadt hatte der deutsche Auswanderer 2001 sein Touristik-Unternehmen Andale Mexiko gegründet. Von einem Büro-Loft im Stadtzentrum organisierte er Mexiko-Reisen für Kunden aus aller Welt. Rund zwei Millionen Euro setzte Andale Mexiko im Jahr um. Zehn Mitarbeiter arbeiteten für Hornhauer. Damit war nun Schluss.

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In der ersten Woche landete Hornhauer in einer Sammelzelle mit 25 Häftlingen. „Das war das Schlimmste", sagt er. Die Wärter nannten ihn „kleiner Hitlerjunge", das Gefängnis-Essen wurde in Putzeimern serviert und über die Fliesen in den Duschen huschten Ratten und Ungeziefer. Nachts sei die Temperatur in der Zelle auf null Grad gefallen, sagt Hornhauer. Eine Heizung oder Decken gab es nicht.

Mexikanisches Gefängnis

Hinter diesen Mauern saß Frank Hornhauer 530 Tage ein

Erst nach sechs Tagen verbesserte sich seine Lage. Hornhauer wurde in eine zehn Quadratmeter große Zelle verlegt, in der fünf Insassen hausten. Für vier gab es Betten, der Fünfte musste auf dem Betonboden schlafen. Doch immerhin konnte sich der Deutsche nun auf dem Gefängnisgelände frei bewegen und besseres Essen kaufen. „In kleinen Baracken wurden Hamburger und Tacos von Gefangenen zubereitet", sagt Hornhauer.

Nach und nach stellte sich auch heraus, warum er überhaupt inhaftiert worden war. Anfang der neunziger Jahre hatte Hornhauer als Prokurist bei einem Berliner Verkehrssicherheitsunternehmen gearbeitet. Gegen dessen Geschäftsführer ermittelten polnische Staatsanwälte wegen Betrugs und Hornauer sollte seine Zeugenaussage machen. Doch das Schreiben aus Polen war von der mexikanischen Justiz falsch übersetzt worden. So wurden Zloty-Beträge eins zu eins in Dollar-Forderungen übernommen und Hornauer mutierte nach mexikanischer Lesart zum Millionen-Betrüger. Bewegung kam erst in den Fall, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel das Land besucht hatte. Im August - nach 530 Tagen Haft - wurde Hornhauer wieder frei gelassen und versucht seither sein Unternehmen wieder aufzubauen und Schadensersatz einzutreiben.

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