
Fließen die Boni bei den Investmentbanken wieder wie vor der Krise? Zumindest bei der Deutschen Bank ist das noch nicht so. Um knapp 30 Prozent auf rund fünf Milliarden Euro kürzte das Geldhaus 2009 die Gesamtvergütung in ihrer Investmentbank verglichen zum Rekordjahr 2007. Im Schnitt verdienten die 14.000 Investmentbanker 2009 somit gut 357.000 Euro. 2007 waren es 423.000 Euro. Auch im Verhältnis zum Gewinn sanken die Vergütungen. Schüttete die Investmentbank 2007 rund 36 Prozent der erzielten Erträge an Angestellte aus, waren es 2009 nur 30 Prozent.
Ins Zeug legt sich die Deutsche Bank jedoch derzeit für ihre Londoner Banker: Mit einer Rückstellung will sie vermeiden, dass die steuerlich stärker belastet werden. Hat doch die britische Regierung eine Sondersteuer von 50 Prozent auf Boni eingeführt, die 25.000 Euro übersteigen. Um das auszugleichen, hat das Geldhaus 225 Millionen Euro zurückgestellt. Somit erhalten allein die Londoner Investmentbanker mindestens 450 Millionen Euro Boni. Woher das Geld für die Rückstellung stammt, gibt die Bank nicht an. Unklar ist auch, ob der Bonustopf kleiner wurde.
Zwar äußert sich die Deutsche Bank generell nicht zu den Bezügen einzelner Banker, ausgenommen sind die Vergütungen der Vorstandsmitglieder. So wird sie im März bei der Vorlage des Geschäftsberichts für 2009 eines ihrer bestgehüteten Geheimnisse lüften – die Einkünfte ihres obersten Investmentbankers Anshu Jain. Der Grund: Seit dem vergangenen Jahr gehört er dem Vorstand an. Jains Sparte hatte in der Finanzkrise Milliardenverluste eingefahren.
Nur 35 Cent pro Aktie
Mehr als bei den Angestellten spart die Bank bei ihren Aktionären. Lag die Dividende 2007 bei 4,50 Euro je Aktie, will Deutschlands größtes Geldinstitut 2009 nur 75 Cent zahlen – ein Rückgang um mehr als 80 Prozent. Würde die Deutsche Bank die Gehälter ihrer Investmentbanker um weitere zehn Prozent kürzen und den Betrag an die Aktionäre ausschütten, läge die Dividende bei rund 1,50 Euro, und wäre somit mehr als doppelt so hoch. Beim aktuellen Kurs von etwa 45 Euro erzielten Aktionäre eine Jahresrendite von 3,0 statt jetzt 1,5 Prozent.
Andere Banken halten ihre Eigentümer noch knapper. Goldman Sachs etwa zahlt aktuell nur 35 Cent pro Aktie. Bei einem Aktienkurs von rund 150 Dollar entspricht das einer Rendite von 0,2 Prozent.













