
Egal ob Lufthansa, Air France-KLM oder British Airways: Die schlechten Nachrichten der großen europäischen Fluggesellschaften häufen sich in der vergangenen Zeit. Zwar sind die Preise für Kerosin im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken, da aber die Passagiere wegbleiben, müssen einige Anbieter wie jüngst die deutsche Lufthansa weiter an der Kostenschraube drehen. Selbst der bisher stark wachsende Low-Cost-Verkehr stößt auch in Deutschland immer mehr an seine Grenzen.
Anlass zur Hoffnung gibt nun aber eine Branchenanalyse, die mithilfe des Markenmonitors YouGov BrandIndex durchgeführt wurde. Den Ergebnissen zufolge können einige Airlines nach einer Schwächephase im vergangenen Jahr mittlerweile wieder deutliche Imagezuwächse verbuchen. Zu den Gewinnern zählt unter anderem Air Berlin: Im Vergleich zum Monat Oktober 2008 sind die Imagewerte der Marke in den vergangenen Monaten um etwa 14 Prozent auf durchschnittlich 67 BrandIndex-Punkte im Juni gestiegen.
Lufthansa steigt im Preis-Leistungs-Verhältnis
Die BrandIndex-Werte der Marke Tuifly stiegen im gleichen Zeitraum sogar um rund 30 Prozent auf 48 Punkte. Beim Konkurrenten Germanwings fiel der Anstieg etwas schwächer aus. Aber auch die Lufthansa konnte im BrandIndex einige Punkte zulegen, obwohl sie sich mit derzeit 78 Punkten ohnehin bereits auf hohem Niveau bewegt. Damit ist Lufthansa weiterhin mit großem Abstand die beliebteste Airline der Deutschen.
Für die Lufthansa gibt es neben einem guten Imagewerten noch ein weitere positive Entwicklung: Nach den Ergebnissen der BrandIndex-Analyse beurteilen die Verbraucher das Preis-Leistungs-Verhältnis der Kranich-Airline so gut wie lange nicht. Allerdings kann Lufthansa in diesem Punkt noch immer nicht mit dem Konkurrenten Air Berlin mithalten, der aus Verbrauchersicht klar das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
In Sachen Markenimage kaum zulegen konnten die vor allem mit Charter-Flügen bekannt gewordenen Flugmarken LTU und Condor. Allerdings haben die beiden Marken bei den deutschen Urlaubern bereits jetzt einen sehr guten Ruf: Beide Anbieter erreichen derzeit rund 68 BrandIndex-Punkte.
Ryanairs Image stürzt ab
Ein regelrechter Einbruch der Imagewerte ist zum wiederholten Male beim irischen Billigflieger Ryanair zu beobachten. Nach Diskussionen über Toilettengebühren und Steh- statt Sitzplätzen trübten sich die Imagewerte erneut drastisch ein. Mittlerweile erreicht die Marke ein Jahrestief von minus 55 BrandIndex-Punkten - viel schlechter schneidet auch in anderen Branchen kaum eine Marke ab.
Welche Folgen ein Flugzeugabsturz auf das Image einer Airline haben kann zeigt unterdessen das Beispiel Air France. Nach dem Absturz einer Maschine Anfang Juni brachen die BrandIndex-Werte der Marke massiv ein. Nach einer leichten Erholung haben sich die Imagewerte nun bei minus 29 Punkten eingependelt - damit bewegt sich Air France derzeit auf ähnlich schwachem Niveau wie der Billigflieger Easyjet.
Die Untersuchung basiert auf einer BrandIndex-Analyse. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht der BrandIndex als forschungsbasiertes Tool zur Markenführung tagesaktuell Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.













