_

Markenimage: Drogeriemärkte: Verbraucher mögen Marktführer Schlecker nicht

von Boris Hedde

Wie gerne die Deutschen in Drogeriemärkten einkaufen, zeigt sich nicht nur an den Umsätzen der Branche: Anbieter wie dm oder Rossmann haben ein sehr gutes Image bei den Verbrauchern. Das gilt aber nicht für Marktführer Schlecker, schreibt Boris Hedde von Psychonomics.

Brandindex Drogerien November 2008
Brandindex Drogerien November 2008
Anzeige

Wie eine aktuelle BrandIndex-Analyse zeigt, hat Deutschlands zweitgrößte Drogeriemarktkette dm mit durchschnittlich 78 BrandIndex-Punkten nicht nur unter den untersuchten Anbietern das beste Image: Die Marke steht aktuell sogar an der Spitze der gesamten Einzelhandelsbranche. Von den Verbrauchern wird bei dm das Preis-Leistungs-Verhältnis und auch die Qualität sehr gut bewertet.

Der drittgrößte deutsche Anbieter Rossmann schneidet im Imagevergleich ebenfalls gut ab. Mit im Schnitt 71 BrandIndex-Punkten wird die Marke nur wenig schlechter bewertet als Imageführer dm. Lediglich bei der Gruppe der Unter-30-Jährigen ist der durchschnittliche Abstand zu dm etwas größer: Statt sieben beträgt er bei jüngeren Drogeriekunden zehn BrandIndex-Punkte.

Schlecker hat schlechte Werte

Weit abgeschlagen liegt der Marktführer Schlecker mit durchschnittlich minus 0,4 Punkten auf dem letzten Platz. Immer wieder sackten hier die BrandIndex-Werte in den vergangenen Monaten in den negativen Bereich - nur wenige Einzelhandelsmarken im BrandIndex erreichen noch schlechtere Ergebnisse.

Boris Hedde
Boris Hedde von psychonomics AG

Anfang des Jahres lagen die Werte von Schlecker noch bei durchschnittlich zehn Punkten, doch nach den Vorwürfen um die Überwachung von Mitarbeitern im April, verlor die Marke stark an Boden. Im Gegensatz zu anderen Einzelhandelsunternehmen, die sich ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt sahen, hat es Schlecker bislang nicht geschafft, wieder aus dem Imagetief herauszukommen. Auffallend ist auch, dass sich das von den Befragten bewertete Preis-Leistungs-Verhältnis seit Februar deutlich verschlechtert hat.

Die vor rund einem Jahr von Schlecker übernommene Drogeriekette Ihr Platz schneidet mit im Schnitt 13 Indexpunkten insgesamt zwar besser ab, von dm- oder Rossmann-Niveau ist die Marke im BrandIndex aber noch weit entfernt. Mit 47 Punkten schneidet die Handelskette Müller ab. Neben klassischen Drogerieartikeln verkauft Müller auch Produkte aus anderen Bereichen wie Mode oder Multi-Media.

Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein Markenmonitor. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht es tagesaktuelle Imageanalysen von über 500 Marken aus 20 Branchen.

17 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.01.2010, 12:31 UhrAnonymer Benutzer: AS

    nachdem Schlecker auch im vergangenen Jahr wieder Verlust eingefahren hat, sucht man nun sein Heil im Lohndumping. Das war und wird immer der falsche Weg sein. Schlecker hat viele Probleme das, größte jedoch ist ohne Zweifel das image des Konzerns. Und mit einer Treffsicherheit von 100% wird dieses negativ image in regelmäßigen Abständen gepflegt. Die Mitbewerber des Schlecker Konzerns machen es vor wie es geht, ausreichend Personal mit vernünftigen Löhnen die dann freundlich und aufgeschlossen auf den Kunden zugehen, anspruchsvolles Ambiente und ein vernünftiges Managment das langfristig ausgelegt ist. Selbst wenn Schlecker nun versuchen würde sein image zum positiven zu verändern, wird es Jahre dauern bis dies in der bevölkerung ankommen würde. U es klar zu sagen, der Umstand das die Firma seit Jahren Verluste einfährt liegt nicht an den Verkäuferinnen, sondern viel mehr an der Tatsache das Managment auf breiter Flur versagt.

  • 12.01.2010, 12:31 UhrAnonymer Benutzer: AS

    nachdem Schlecker auch im vergangenen Jahr wieder Verlust eingefahren hat, sucht man nun sein Heil im Lohndumping. Das war und wird immer der falsche Weg sein. Schlecker hat viele Probleme das, größte jedoch ist ohne Zweifel das image des Konzerns. Und mit einer Treffsicherheit von 100% wird dieses negativ image in regelmäßigen Abständen gepflegt. Die Mitbewerber des Schlecker Konzerns machen es vor wie es geht, ausreichend Personal mit vernünftigen Löhnen die dann freundlich und aufgeschlossen auf den Kunden zugehen, anspruchsvolles Ambiente und ein vernünftiges Managment das langfristig ausgelegt ist. Selbst wenn Schlecker nun versuchen würde sein image zum positiven zu verändern, wird es Jahre dauern bis dies in der bevölkerung ankommen würde. U es klar zu sagen, der Umstand das die Firma seit Jahren Verluste einfährt liegt nicht an den Verkäuferinnen, sondern viel mehr an der Tatsache das Managment auf breiter Flur versagt.

  • 10.01.2010, 13:23 UhrAnonymer Benutzer: Ein Sachse

    An Herrn und Frau Schlecker,

    sagen Sie mal, glauben Sie an die Aussagen welche Sie veröffentlichen lassen (s.u. Nr 1)?
    Mit ihren, die Legalität verlassenden Aktionen, treten Sie ihre Mitarbeiter mit Füßen und haben jetzt die Politik geweckt.
    Recht so!!!
    Unternehmen wie ihre (Schlecker und Schlecker XXL) gehören an den Pranger.
    Manager welche ihre neokapitalistischen Methoden umsetzen; Mitarbeiter in ominöse Arbeitsverträge zu pressen, Sozialleistungen per Änderungsvertrag abzupressen, Stunden permanent zu kürzen u.s.w. gehören verurteilt!


    (1) Unsere Mitarbeiter
    Führung und Organisation sind bei SCHLECKER darauf ausgerichtet, Eigeninitiative und selbständiges Mitdenken der Mitarbeiter zu aktivieren. Unsere Führungskräfte kommen aus den eigenen Reihen. Wir fördern Aus- und Weiterbildung sowie soziale Sonderleistungen..

    ich habe einmal ihren Unternehmensgrundsatz upgedatet (2):

    (2) Die neuen Unternehmensgrundsätze für unsere Mitarbeiter
    Führung und Organisation bei Schlecker ist darauf ausgerichtet, das Maximale aus den Mitarbeitern herauszuholen, Mitdenken ist auf die Einhaltung von Anweisungen beschränkt. Die Führungskräfte aus unseren eigenen Reihen arbeiten aktiv mit den Mitarbeiter, damit keine Chance bleibt eigene Gedanken zu entwickeln. Wir fördern frei und willig zu erbringende Sonderleistungen von Mitarbeitern.
    Wir vervollkommnen ein mitarbeiterbasiertes buttom up informationsystem, dessen Ergebnisse Top down auf die Mitarbeiter reflektiert werden.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Thalys: In Zukunft ohne Deutsche Bahn
Thalys: In Zukunft ohne Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn steigt aus dem Gemeinschaftsprojekt Thalys aus. Das Unternehmen besitzt derzeit zehn Prozent an dem...