
Die Situation der Drogeriekette Schlecker wird offensichtlich immer kritischer: Nach den heftigen Diskussionen in der Vergangenheit leidet offenbar auch der Umsatz der Kette. Nicht ohne Grund dürfte der ehemalige Drogeriekönig Anton Schlecker dem Tarifvertrag für Schlecker und die neue Tochter Schlecker XL zugestimmt haben. Die unter anderem von der Gewerkschaft Verdi immer wieder angeprangerten Arbeitsbedingungen bei Schlecker dürften schließlich eine wesentliche Ursache für die Verunsicherung der Verbraucher sein. Hinzu kommt die vergleichsweise kundenunfreundliche Atmosphäre in den kleinen Schlecker-Filialen.
Wie schlecht das Image von Schlecker ist, zeigt eine aktuelle Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex: Demnach erreicht Schlecker aktuell ein Dreimonatstief von minus 42 BrandIndex-Punkten und ist somit bei den deutschen Verbrauchern weiter in Ungnade gefallen. Kaum ein anderer beobachteter Einzelhändler hat derzeit ein solch schlechtes Image.
Zum Vergleich: Konkurrenten wie Rossmann oder dm Drogeriemarkt erreichen ungleich bessere Imagewerte von mehr als 70 BrandIndex-Punkten und sind entsprechend wesentlich beliebter bei den Verbrauchern. Dieser Unterschied dürfte sich auch deutlich in der Umsatz-Entwicklung widerspiegeln. Die Kette Müller liegt nach deutlichen Imagegewinnen in den vergangenen Wochen mit 51 Punkten ebenfalls im Ranking weit vor Schlecker.
Interessant ist die Entwicklung der Imagewerte im Falle der Schlecker-Marke „Ihr Platz“. Als im Januar die Debatte zu Leiharbeitern bei Schlecker XL aufkam, brachen zunächst die BrandIndex-Werte von Schlecker drastisch ein. Mit leichter zeitlicher Verzögerung schwappte diese Entwicklung dann auch auf Ihr Platz über. Die Kette erreicht derzeit rund 6 BrandIndex-Punkte.
Starke regionale Unterschiede
Wer sehr das Thema „Umgang mit Mitarbeitern“ die deutschen Verbraucher bewegt, zeigt die Entwicklung des ebenfalls gemessenen Buzz. Diese Dimension misst im Unterschied zu den langfristig orientierten Imagewerten die ganz kurzfristige öffentliche Wahrnehmung einer Marke durch die Verbraucher. Kurz nachdem zu Beginn des Monats bekannt wurde, dass Schlecker einem Tarifvertrag zugestimmt hat, verbesserte sich der Buzz vergleichsweise deutlich auf ein Dreimonatshoch. Allerdings bewegt auch er sich nach wie vor auf einem äußerst schlechten Niveau.
Generell große Unterschiede im Hinblick auf die Beliebtheit der verschiedenen Drogeriemärkte gibt es aus regionaler Sichtweise. So kann etwa dm in einigen Teilen Norddeutschlands bei weitem nicht mit dem Konkurrenten Rossmann mithalten. In Bayern ist beispielsweise die Kette Müller stärker als Rossmann. Für die verschiedenen Anbieter spielen diese regionalen Unterschiede eine große Rolle, schließlich treiben sie ihre Expansion in hohem Tempo voran.













