Markenverband-Chef Falke: "Danone-Urteil hat Signalwirkung"

Markenverband-Chef Falke: "Danone-Urteil hat Signalwirkung"

von Peter Steinkirchner

Der Präsident des Markenverbandes, Franz-Peter Falke, hat die mangelnde Transparenz, mit der die Einkäufer von Werbezeiten und Werbeplätzen, die Mediaagenturen, auf dem Medienmarkt agieren, scharf kritisiert.

Zwar unterstreiche das jüngste Urteil des Münchner Oberlandesgerichts – die Richter verurteilten die Wiesbadener Mediaagentur Carat dazu, ihrem Ex-Kunden Danone, heimliche Absprachen und Rabattvereinbarungen mit Medien offenzulegen – „den Anspruch der werbenden Unternehmen auf Transparenz und bestätigt eine unserer grundsätzlichen Forderungen“, wie Falke gegenüber der WirtschaftsWoche sagte.

Dennoch erwartet der Textil-Unternehmer keine wesentlichen Veränderungen dieser Praxis in naher Zukunft: „Das Urteil hat sicherlich Signalwirkung, aber grundsätzlich gilt, dass aus der Sicht des Markenverbandes die heutigen Machtverhältnisse speziell aufseiten der Mediaagenturen äußerst ungesund bleiben.“

Anzeige

Laut Falke kommen in Deutschland die vier größten Mediaagenturen-Netzwerke, zu denen jeweils mehrere Mediaagenturen gehören, beim Einkauf von Werbeplätzen auf einen Anteil von mehr als 80 Prozent. „Das heißt vier von fünf Werbeplätzen im Fernsehen oder in Printmedien werden von diesen vier Riesen erworben, allen voran von der Group M, die zum Londoner Werberiesen WPP gehört und die weltweit der größte Werbeplatz-Einkäufer ist.“

Diese Verhältnisse, so Falke, „führen zu Verzerrungen. Die Geldströme zwischen Vermarktern und Mediaagenturen sind intransparent.

Der einzelne Werbungtreibende hat keinen Einblick. Zum Zweiten liegen die teilweise bekannt gewordenen Profitmargen der Mediaagenturen im hohen zweistelligen Prozentbereich. Solche Gewinne entstehen primär in Märkten, in denen der Wettbewerb nur begrenzt funktioniert.

Und drittens müssen wir als Werbung treibende Industrie befürchten, dass Werbung nicht dort platziert wird, wo sie am meisten bewirkt, sondern danach, welches Medium die höchsten Rabatte bietet.“ Diese Verzerrungen kann der Markenverband als Repräsentant eines großen Teils der werbenden Unternehmen nicht hinnehmen.“

Die Entwicklungen der vergangenen Jahre seien für niemanden „wirklich von Vorteil waren“, wie Falke resümiert: „Nicht für die Werbungtreibenden, die die Transparenz bei ihren Werbeausgaben verloren haben. Nicht für die Mediaagenturen, deren vielfältige Leistungen oft einzig auf Preis und Rabatt reduziert wurden. Und nicht für die Medien, die durch überzogene Rabattforderungen heute oftmals mit dem Rücken zur Wand stehen.“

Dem Markenverband gehören knapp 400 Unternehmen aus dem Konsumgüter- und Dienstleistungsbereich an, darunter Beiersdorf, Procter&Gamble und Volkswagen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%