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Markteintritt in Polen: Aldi rollt den Osten auf

von Henryk Hielscher

Für Aldi beginnt ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte: Am Montag eröffnete der Discount-Gigant die ersten sieben Filialen in Polen und leitete damit den Auftakt für die Expansion nach Osteuropa ein.

Aldi-Nord-Filiale: In Deutschland gilt das Gebot des Schweigens Quelle: Dirk Krüll für WirtschaftsWoche
Aldi-Nord-Filiale: In Deutschland gilt das Gebot des Schweigens Quelle: Dirk Krüll für WirtschaftsWoche

Zur Eröffnung der ersten sieben Filialen in Polen wurde Aldi seinem Billig-Image voll gerecht: Um bis zu 30 Prozent reduzierte der Discount-Gigant seine Preise und lockte am Montag die ersten Kunden in Poznan, Jelenia Gora, Sulechow, Glogow, Zory, Brzeg und Tarnowskie Gory in die Filialen. Am erfolgreichen Start hängt viel: Der Start in Polen gilt als Auftakt für die Expansion nach Osteuropa.

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Schon heute kann Aldi getrost als Discount-Weltmacht bezeichnet werden. Von Mülheim aus betreiben Aldi Süd und von Essen aus Aldi Nord - beide freundschaftlich miteinander verbunden, aber organisatorisch unabhängig - über 8000 Filialen, in 17 Ländern. In Polen suchte man den Erfolgs-Krämer bislang allerdings vergebens.

Eigentlich wollte Aldi Nord hier bereits im Januar mit den ersten Filialen starten, musste den Termin aber verschieben. Als Gründe wurden die schwierige Suche nach Grundstücken und die fehlende Alkoholkonzession angeführt.

Zudem sorgt das polnische Supermarkt-Gesetz für Ungemach. Um heimische Tante-Emma-Läden zu schützen, sollen vom kommenden Mai an lokale Behörden ihre Zustimmung für Investitionen in Supermärkte geben müssen. Damit könnte der weitere Expansionsdrang des Discount-Giganten empfindlich gestört werden.

Für 47 Millionen Euro, berichten Marktforscher, sollen 2008 zunächst insgesamt 30 polnische Filialen entstehen. Insgesamt soll sich Aldi bis zu 1000 Märkte als Ziel gesetzt haben. Den Kunden im östlichen Nachbarland, so das Kalkül bei Aldi, dürfte die Marke von Shopping-Touren nach Deutschland schon bestens vertraut sein. Überall im Land lässt der Handelskonzern Grundstücke kaufen, um sie dann samt schlüsselfertigen Märkten zu übernehmen.

Mit dem Markteintritt liegt der Discounter allerdings weit hinter der Konkurrenz zurück. Lidl und Netto sind schon seit Jahren in Polen aktiv und verfügen über rund 300 beziehungsweise 137 Filialen. Der polnische Discounter Biedronka ist mit mehr als 1000 Geschäften Marktführer.

Warum also startet Aldi erst jetzt? Einer Studie des Beratungsunternehmens KPMG zufolge geht Aldi erst dann an den Start, wenn in einem Land die Pro-Kopf-Ausgaben für Lebensmittel bei mehr als 1500 Euro pro Jahr liegen. Das ist jetzt der Fall - nicht nur in Polen.

Die sieben Filialen sind daher nur der Auftakt für die weitere Expansion gen Osten. So wird Aldi Süd im Jahresverlauf in Ungarn folgen, wie die WirtschaftsWoche bereits berichtet hat. Die ersten Märkte sind dort bereits im Bau, der Konzern schließt Verträge mit Zulieferern, hat extra eine Software in Landesprache für die Warenwirtschaft in Auftrag gegeben.

Mitarbeiter werden im großen Stil rekrutiert und in der kundenfreien Zone einer Trainingsfiliale geschult. In der rumänischen Hauptstadt Bukarest gründete Aldis Österreich-Ableger Hofer eine Tochtergesellschaft und sondiert den tschechischen, slowakischen und kroatischen Markt.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.09.2010, 17:03 UhrAnonymer Benutzer: Slovakei

    Werden wir uns freuen wenn Aldi in der Slovakei kommt.. Da werde ich auch gerne arbeiten.

  • 21.08.2009, 23:15 UhrAnonymer Benutzer: rodica

    wir warten schon auf aldi in rumanien die preise sind gunstiger und qualitet ist beser also WiLKOMEN NACH RUMANiEN

  • 08.05.2009, 12:22 UhrAnonymer Benutzer: Rumänien

    Verbraucher in Rumänien mit Markenlabels geblendet. Vertriebene Produkte entsprechen nie der westlichen Qualität.Verbraucher enttäuscht. Hoffe bei Aldi wird das besser in Rumänien.

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