Marktforschung: Geteilte Erwartungen für 2011 beim Onlinehandel

kolumneMarktforschung: Geteilte Erwartungen für 2011 beim Onlinehandel

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Blick in das Lager des Online-Einzelhändlers Amazon

Kolumne

Onlinehändler setzen nach den Rekorden des Weihnachtsgeschäfts weiterhin auf Umsatzwachstum. Vielleicht machen ihnen aber ihre Kunden einen Strich durch die Rechnung - sie wollen lieber sparen.

Das Rekord-Weihnachten 2010 ist vorbei und der Stress um wetterbedingte Lieferprobleme und Last-Minute-Stress-Shopping, scheinen längst vergessen. Darauf deuten aktuelle Umfrageergebnisse hin. Der ECC-Konjunkturindex zeigt jedoch auch, dass Onlinehändler und -kunden mit sehr unterschiedlichen Bewertungen und Prognosen ins Jahr 2011 starten. Während die Händler sich noch über die Kauflust der Kunden freuen und weiterhin auf Wachstum setzen, haben die Kunden erst mal vor zu sparen.

Der Dezember ist gewöhnlich der Monat der Superlative im Handel und so ist es auch im letzten Jahr gewesen. Die etablierten Onlinehändler wie Amazon, eBay, Otto und Conrad sprechen durchweg von einem Rekordjahr 2010. So berichtet Amazon von 24 Bestellungen pro Sekunde allein in Deutschland.

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Prognosen für 2011 gehen bei Händlern und Kunden auseinander

Die Ergebnisse des Konjunkturindikators e-KIX, der monatlich den wirtschaftlichen Status Quo bei Onlinehändlern misst, zeichnet ein ähnliches Bild. Mit 120,2 Skalenpunkten lagen die Werte im letzten Dezember auf dem höchsten Niveau seit Erhebungsbeginn im Januar 2010. Der auf der anderen Seite Onlinekunden befragenden Wirtschaftsindikator s-KIX erreichte im letzten Dezember sogar 131,2 von 200 möglichen Skalenpunkten. Beide Ergebnisse verdeutlichen die mit dem Weihnachtsgeschäft verbundene große Kauflust der Deutschen am Jahresende.

In der Konsumbewertung zum Weihnachtsgeschäft 2010 liegen damit sowohl die Händler wie auch die Konsumenten gleichauf. Interessanterweise scheiden sich jedoch die Ansichten bei den Prognosewerten für das Jahr 2011. Gerade mal 96,6 Skalenpunkte erreicht der Onlinekundenindex s-KIX und macht damit deutlich, dass bei den Kunden jetzt erst einmal Sparen auf dem Programm steht. Der Händlerindex e-KIX liegt mit 122,5 von 200 möglichen Skalenpunkten zumindest noch im Wachstumsbereich für das Jahr 2011, liefert jedoch gleichzeitig den schlechtesten Prognosewert seit Jahresbeginn 2010.

Es wird sehr interessant zu beobachten sein, wer die bessere Prognose für das Jahr 2011 abgegeben hat: die Händler mit den Erfahrungswerten der Vorjahre, die weiterhin ein Wachstum des Online-Handels erwarten. Oder die Onlinekunden – die mit Blick auf das Weihnachten geleerte Konto einen Rückgang der geplanten Ausgaben in Onlineshops für 2011 prognostizierten.

Nachdem sich nicht erst jetzt zum Weihnachtsgeschäft 2010 gezeigt hat, dass der Onlinehandel immer größere Relevanz im Konsumverhalten der Deutschen erhält, darf man gespannt auf das Jahr 2011 blicken -  auch mit der Frage, welche Unternehmen sich bei den Verbrauchern wie erfolgreich mit welchen neuen Onlinestrategien durchsetzen können.

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