Marktüberblick: Spielwaren-Käufer setzen lieber auf Altbewährtes

Marktüberblick: Spielwaren-Käufer setzen lieber auf Altbewährtes

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Brettspiele und Kleinkinderspielzeug zählen zu den Lieblingen im Kinderzimmer. Zum Vergrößern bitte klicken.

Risiko wollen Kunden lieber beim Spielen eingehen, nicht bei der Entscheidung für einen Freizeitspaß. Klassiker dominieren das Geschäft.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz hat es geschafft: Saarbrücken ist jetzt die Schlossallee. Innerhalb kürzester Zeit sammelte die Chefin der Landeshauptstadt bei ihren Bürgern mehr als 500 Unterschriften. Die waren nötig, um den Namen der Stadt in einer Sonderedition des Gesellschaftsspiels Monopoly unterzubringen.

Die Idee dazu hatte der Hersteller des Monopoly-Spiels, die US-Firma Hasbro. Die wollte eine Sonderedition „Deutschland“ herausgeben, bei der die üblichen Straßen- durch Städtenamen ersetzt werden. 39 Städte standen zur Auswahl, die Spieler sollten im Internet abstimmen, wen sie auf dem Brett haben wollten. Saarbrücken stand nicht auf der Hasbro-Liste. Daraufhin mobilisierte Oberbürgermeisterin Britz ihre Bürger – keine Stadt bekam in der Endausscheidung so viele Stimmen wie Saarbrücken. 

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Sondereditionen sind ein verbreiteter Trick der Hersteller. Ein Großteil der hier verkauften Zeitvertreiber sind Altbekannte in neuem Gewand. „Spiele sind heutzutage nicht unbedingt billig. Die Verbraucher möchten die Gewissheit, dass sie nicht in einen Flop investieren“, sagt ein Hasbro-Sprecher. Deshalb seien an den Zeitgeist angepasste Klassiker besonders erfolgreich. Das gilt vor allem für Monopoly. Das Spiel der Spiele wurde im vergangenen Jahr in Deutschland sage und schreibe 750 000-mal verkauft. Ein Konkurrent mit der Auszeichnung „Spiel des Jahres“ schafft es durchschnittlich auf 100 000 Exemplare. Auch Dauerbrenner wie Trivial Pursuit oder Tabu kommen immer wieder mit neuem Design in die Läden und schlagen alle Rekorde.

Neuester Renner unter den Gesellschaftsspielen ist Poker, ebenfalls ein Klassiker. „Vor allem bei Männern zwischen 14 und 30 Jahren kommt das Kartenspiel gut an“, sagt Werner Lenzner, Direktor für Zentraleuropa des Marktforschungsunternehmens Eurotoys. Angestoßen wurde der Trend durch das Deutsche Sportfernsehen (DSF), das 2005 begann Pokerturniere zu übertragen. Mittlerweile laufen die Sendungen zur besten Fernsehzeit. Zum Boom kam es schließlich, als Brachialmoderator Stefan Raab im vergangenen Jahr mit Pokerturnieren auf Sendung ging. „Das spüren auch die Spielehersteller, die jetzt viele Poker Sets verkaufen“, sagt Marktforscher Lenzner. Für ein Pokerspiel blättern die Kunden inzwischen von ein paar Euro bis zu dreistelligen Beträgen hin.

Das Lieblingsspiel der Frauen ist das Puzzle. Nur 30 Prozent der Käufer sind männlich. Bedeutendster Produzent ist das deutsche Unternehmen Ravensburger mit einem Marktanteil von 70 Prozent in Europa. Das Trendprodukt des süddeutschen Traditionalisten sind Puzzle-Bälle, die aus leicht gewölbten Kunststoffteilchen zusammengesetzt werden müssen. Hat der Spieler alles richtig gemacht, halten die Bälle sogar einen Flug durch die Luft aus.

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