
Schon Markus Mieles Vater Rudolf hatte zum Prinzip erkoren, dass Miele-Mitarbeiter in gläsernen Büros arbeiten. Jeder kann jeden bei der Arbeit beobachten. Diesem ostwestfälischen Rigorismus unterwirft sich auch Markus Miele. Durch die Scheiben seines Büros sieht der Mitinhaber und Geschäftsführer gleich drei seiner insgesamt fünf Mitgeschäftsführer – und sie ihn. Neben Reinhard Zinkann, dem Vertreter des anderen Familienstamms, sind das der Produktions- und der Marketingchef. Die jederzeit einsehbaren Büros prägen auch die Körperhaltung der Mitarbeiter. Wer an seinem Schreibtisch sitzt, drückt den Rücken durch und wirkt äußerst konzentriert. So wie Markus Miele, der es sich nicht – für jeden sichtbar – bequem machen, die Füße auf den Tisch oder den Kopf in die Hände legen kann. Das sähe nach Untätigkeit oder Langeweile aus. Und Mieleaner, die durch den Gang gehen, tun dies meist zügig und halten die Augen geradeaus. Ein zu neugieriger Blick in das Chefzimmer könnte aufdringlich wirken. Außer einer französischen Stickerei, die Wäscherinnen des 18. Jahrhunderts zeigt, ziert nichts das Büro von Markus Miele, dem Unternehmerspross in vierter Generation. Die Besprechungsecke lädt nicht zu langen Konferenzen ein. „Wer das Zimmer von Herrn Miele betritt, kommt schnell auf den Punkt und zu einer Entscheidung“, erklärt ein Miele-Mitarbeiter den Sinn dieser Einrichtung.























