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Marseille-Kliniken: Ulrich Marseille zum Rücktritt bereit

von Anke Henrich

Der Gründer der Marseille-Kliniken, Ulrich Marseille, ist bereit, auf den Vorstandsvorsitz zu verzichten.

Aktionäre fürchten wegen der Verfahren nun wirtschaftlichen Schaden für den Pflegekonzern, der deutschlandweit rund 7000 Menschen in Alten- und Pflegeheimen betreut. Auf Anfrage ließ Marseille gegenüber der WirtschaftsWoche erklären, er werde "alles tun, um Schaden vom Unternehmen abzuwenden. Wenn dies nur durch einen Rücktritt als Vorstandsvorsitzender oder Ruhenlassen der Position zu bewerkstelligen wäre, sind hiermit realistische Positionen aufgezeigt". Nach dem Aktienrecht hat Marseille zunächst nichts zu befürchten.

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Der umtriebige Manager steckt in Schwierigkeiten. Vor zwei Wochen wurde der Bremerhavener in letzter Instanz vor dem Oberlandesgericht Naumburg wegen Bestechung zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Er soll sich der Bestechung einer Mitarbeiterin des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen schuldig gemacht haben, die im Gegenzug Patienten seiner Kliniken schneller als andere in die teurere Pflegestufe 2 eingeordnet haben soll. Seitdem ist die Aktie um zehn Prozent gefallen.

Doch der große Einschlag kommt womöglich erst noch: Denn ebenfalls zur Revision steht vor demselben Oberlandesgericht eine Entscheidung der Vorinstanz. Dort hatte Marseille 2009 wegen Anstiftung zur uneidlichen Falschaussage und versuchter Nötigung eine einjährige Haftstrafe kassierte, die vier Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Als Bewährungsauflage wurde ihm aufgegeben, sechs Millionen Euro an die Staatskasse zu zahlen. Marseille soll nach dem Urteil des Landgericht Halle im Streit um eine Schadensersatzklage um eine von ihm betriebene Wohnungs-KG Zeugen der Gegenseite mit anonymen Briefen bedroht haben lassen.

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