Maschinenbau: Dramatische Zahlen - doch nur wenig Gefahr

KommentarMaschinenbau: Dramatische Zahlen - doch nur wenig Gefahr

Bild vergrößern

Ein Techniker arbeitet an einem Gehäuseteil eines Windkraftanlagen-Getriebes: Die Maschinenbau-Branche hat großen Auftragseinbruch gemeldet - doch Anlass zur Sorge besteht noch nicht.

Die Maschinenbau-Branche erlebt ihren größten Einbruch im Auftragseingang. Doch noch nie ging die Branche so stark wie heute in eine Rezession.

Das hat noch nie gegeben in Deutschlands Paradebranche - zumindest nicht seit 1958, dem ersten Jahr, in dem Produktionszahlen erhoben wurde. Um 49 Prozent rasselte der Auftragseingang für Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat nach unten. Der Branchenverband VDMA musste zum zweiten Mal  seine Prognose zurücknehmen: Statt wie noch im Dezember auf eine Stagnation zu hoffen, erwarten die Konjunkturauguren des Verbandes für 2009 einen Rückgang zwischen zehn und zwanzig Prozent. Das ist dramatisch: Bislang war im kollektiven Gedächtnis der Maschinenbauer  die Rezession von 1993 mit fast zehn Prozent Rückgang als historische Katastrophe eingebrannt. Doch die jetzige Krise spielt in einer anderen Liga.

So weit die Tatarenmeldungen. Bei genauerem Hinsehen sieht die Lage weniger gefährlich aus. Zum einen verfälscht ein  statistischer Basiseffekt das Bild. In den kommenden Monaten werden die Vergleichzahlen im Auftragseingang schon allein deshalb besser aussehen, weil sich gegen Sommer des vergangenen Jahres die Auftragseingänge beruhigten. Anders gesagt: Die Lage der Branche scheint so verzweifelt, weil sie 2008 so exzellent war.

Anzeige

Nachbestellungen und Konjunkturmaßnahmen helfen Maschinenbauern

Substanziell wird den Maschinenbauern die Tatsache helfen, dass die Lager der Abnehmer bald nach und nach leer laufen. „In den nächsten Monaten müssen mehr und mehr Kunden nachbestellen“, sagt VDMA-Konjukturexperte Olaf Wortmann. Ab dem Sommer dürften zusätzlich die Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung der Branche unter die Arme greifen. Für den Schul- oder Straßenbau sind die Gelder teilweise noch nicht in den Gemeinden, Kreisen und Ländern angekommen, vielfach sind die Ausschreibungen noch nicht fertig.

Weiterer Trost: Frühindikatoren wie die ZEW-Konjunkturerwartungen oder die IFO-Geschäftserwartungen sind stabil im Aufwärtstrend. Und noch immer haben die Maschinenbauer ihre Aufträge aus den fetten Vorjahren nicht abgearbeitet. Zwar gibt es hie und da Stornierungen, doch von einem Massentrend zur Auftragskündigung kann keine Rede sein. Immerhin fiel das durchschnittliche Auftragspolster von Oktober bis Februar nur von 6,2 auf 5,5 Monate zurück.

Mit vollen Kassen in die Krise

Noch nie sind Deutschlands Maschinenbauer so stark wie jetzt in eine Rezession gegangen. Anders als im Katastrophenjahr 1993 haben die Maschinenbauer ein international wettbewerbsfähiges Produktportfolio, die Kassen sind voll und sie verfügen mit den  Arbeitszeitkonten und der Verlängerung der Kurzarbeitszeit über beschäftigungspolitische Instrumentarien, die ihnen für einige Zeit Luft  verschaffen.

Die Maschinenbauer hatten fünf Wachstumsjahre in Folge. Selbst ein Rückfall von 20  Prozent bringt die Maschinenbauer nur auf das Niveau des Jahres 2006 - damals ein Bombenjahr für die Branche.  Keine Frage: Die Rückgänge sind extrem und der eine oder andere Maschinenbauer wird sie nicht überleben. Aber sie sind kein Grund für die Branche, den Glauben an die Zukunft – auch an die nähere - aufzugeben.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%