Maschinenbau: Maschinenbauer Manz setzt auf neue Solartechnik

Maschinenbau: Maschinenbauer Manz setzt auf neue Solartechnik

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Laser Manz

von Lothar Schnitzler

Der schwäbische Maschinenbauer Manz blüht wieder auf, wenn sich eine neue Solartechnik durchsetzt. Noch gibt es Hürden.

Rums! Wer hoch steigt, fällt umso tiefer. 20 Jahre hatte der Maschinenbauer Manz in Reutlingen nur schwarze Zahlen geschrieben. Dank seiner gefragten Anlagen zur Produktion von Solaranlagen und elektronischen Bauteilen stieg der Umsatz zwischen 2005 und 2008 auf 237 Millionen Euro, fast das Neunfache.

Und dann das: statt guter Gewinne plötzlich zehn Millionen Euro Miese, der Umsatz auf 86 Millionen heruntergeschnurrt, zwei Drittel weniger als im Vorjahr. Die Schwaben wurden nicht nur von der Finanz- und Wirtschaftskrise gebeutelt. Sie sind auch deshalb so tief gestürzt, weil sie zusätzlich zum Abschwung in einen Technologiewechsel schlitterten, der die Kunden verunsicherte. Auch wenn die Konjunktur jetzt anzieht – erst wenn die sogenannte Dünnschichttechnologie sich bei den Kunden stärker etabliert, wird Manz wieder an die guten Jahre anknüpfen können.

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„2008 war das Jahr der Dünnschichttechnik“, erinnert sich Manz-Finanzchef Martin Hipp. Silizium, der Rohstoff für die Solaranlagen, die Sonnenlicht direkt in Strom umwandeln, war teurer geworden. Dünnschichtmodule kommen mit deutlich weniger Silizium aus. Parallel dazu zeichnet sich aber ab, dass den Dünnschichtmodulen wegen ihrer höheren Effizienz die Zukunft gehören wird, unabhängig vom Siliziumpreis.

Doch wie oft in solchen Fällen bricht sich die neue Technik weder automatisch noch geradlinig und ohne Hindernisse Bahn. Fernsehgerätehersteller wie Loewe oder Bang & Olufsen etwa mussten erst Absatzkrisen überstehen, bevor sie auf Flachbildtechnik umgestellt und ihre Kunden gefunden hatten.

Vergleichbare Hürden muss jetzt auch Manz überwinden. Die Kunden, also die Modulhersteller, müssen erst einmal bereit sein, in die benötigten, viel teureren Anlagen für die Produktion der Dünnschichtmodule zu investieren. Kostete eine Anlage zur Herstellung herkömmlicher Solarzellen 15 bis 20 Millionen Euro, verschlingt eine Dünnschichtanlage gut und gern 100 Millionen. Ohne Banken, die bereit sind, in Krisenzeiten Kredite in dieser Höhe zu vergeben, sind solche Projekte nicht zu stemmen.

Manz-Finanzchef Hipp ist zuversichtlich, dass sich diese Probleme für ihn bald erledigen. Solarzellenhersteller in Deutschland zögern zwar zurzeit noch. Doch vor allem Chinesen, aber auch Koreaner und Inder investierten kräftig in neue Anlagen. „In Asien ist mehr Mut, aber auch mehr Geld zum Investieren vorhanden“, sagt er, „nicht zuletzt, weil die Regierungen oftmals kräftig fördern.“ In diesem Jahr hofft Hipp, den Umsatz um 50 Prozent zu steigern.

Panik machte sich trotz des tiefen Falls zu keiner Zeit breit in dem 1350-Mann-Unternehmen. Der Mittelständler verfügt über ein dickes Finanzpolster, die Eigenkapitalquote beträgt 80 Prozent. „Wir haben die Flautezeit für die Entwicklung neuer Anlagen genutzt, die sowohl den Wirkungsgrad der Solarzellen erhöhen, wie die Kosten für die Herstellung verringern“, sagt Hipp. Gleichzeitig baute Manz Produktion und Vertrieb in China und Taiwan aus.

Entlassungen gab es – zumindest in Deutschland – trotz des Umsatzeinbruches keine. „Unsere Mitarbeiter sind zum einen hoch qualifiziert und damit unersetzlich“, sagt Hipp, „zum anderen passt Heuern und Feuern nicht zu uns als Familienunternehmen.“

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