Maschinenbau: Sorgen um Heideldruck

Maschinenbau: Sorgen um Heideldruck

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Heidelberger Druckmaschinen AG in Heidelberg

Einmal im Jahr trifft sich die Branche in der Hauptstadt. Rund 450 Maschinenbauer, darunter Unternehmer, Manager und Ingenieure sind in diesem Jahr zusammengekommen; im vergangenen Jahr waren es noch 600 Teilnehmer.

Kein Wunder: Die Branche leidet stärker als andere Industrien unter der aktuellen Flaute. Der Präsident des Maschinenbauverbandes VDMA, Manfred Wittenstein, rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzminus von 20 Prozent. So manches Unternehmen hatte in den vergangnen Monaten Auftragseinbrüche von 70 Prozent. Großes Thema auf den Fluren vor dem Plenumssaal war heute am Eröffnungstag die geplatzte Fusion zwischen Heidelberger Druckmaschinen und dessen Wettbewerber ManRoland.

„Wir müssen uns an solche Negativmeldungen in der Branche gewöhnen“, meint Christof Bönsch, Geschäftsführer des Bohrerherstellers Komet, „viele Unternehmen werden versuchen, sich zu Notgemeinschaften zusammen zu schließen, aber bei etlichen wird die Not zu groß für eine Fusion sein.“ Komet leidet selbst Not. Der Werkzeugmaschinenbauer aus dem württembergischen Besigheim muss in diesem Jahr einen Umsatzrückgang von rund 35 Prozent hinnehmen.

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Kein Systemrisiko für die Branche

Besorgt stimmt die geplatzte Fusion auch den Chef des Präzisionsmaschinenbauers Chiron aus Tuttlingen, Dirk Prust erwartet für die kommenden Monate kein Fusionsfeuerwerk: „Die Leichtigkeit der vergangenen Jahre ist dahin.“ Die Unternehmen seien vorsichtig geworden. Zum geplatzten Heideldruck-Manroland-Deal meint Prust: „Das hört sich vor allem für Heideldruck schwierig an". Der schrumpfende Markt sei vermutlich ein nachhaltiges Problem.

EBM-Papst-Vormann Hans-Jochen Beilke meint zu dem geplatzten Deal: „Die Fusion wäre eine gute Sache gewesen.“ In der EBM-Papst-Stammregion Hohenlohe im nördlichen Württemberg seien viele Unternehmen – wie der Ventilatorenbauer EBM-Papst – Zulieferer für die beiden Druckmaschinenbauer.

„Die Branche war auf das Platzen der Gespräche vorbereitet“,  sagt der Hans Naumann aus Chemnitz, Eigentümer der Niles-Simmons-Hegenscheidt-Gruppe. Schon auf der Mailänder Werkzeugmaschinenbaumesse EMO, die vor wenigen Tagen zu Ende ging, habe er das Gerücht gehört, dass die Fusion gescheitert wäre. Naumann sieht den Abbruch der Verhandlungen anders als seine Branchenkollegen positiv: „Das ist ein Zeichen des Selbstbewusstseins der beiden Spieler, die Firmen wollen ihre Eigeninteressen wahren und sehen für allein eine bessere Zukunft als im Gespann.“

Ähnlich gelassen wertet Verkaufsleiter Armin Riedel von Schott Fiber Optics aus Mainz das Ende der Fusionspläne: „Heidelberg ist damit noch lange nicht kaputt.“ Ein Systemrisiko für die Branche gäbe es im Fall Heidelberger Druckmaschinen ohnehin nicht – auch wenn die aktuelle Schieflage vielleicht dem einen oder anderen Zulieferer Sorgen mache.

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