Maschinenbau: Tognum-Chef Volker Heuer: "Unser Geschäft ist stabiler"

Maschinenbau: Tognum-Chef Volker Heuer: "Unser Geschäft ist stabiler"

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Volker Heuer, Chef des Motorenbauers Tognum

Volker Heuer, Chef des Motorenbauers Tognum, verspricht, trotz Krise acht Prozent Umsatzrendite mit Motoren zu erwirtschaften.

WirtschaftsWoche: Herr Heuer, Rivalen machen Verlust, Sie Gewinn. Analysten erwarten für 2009 eine Marge vor Steuern und Zinsen (Ebit) von mehr als acht Prozent. Schaffen Sie das?

Heuer: Das liegt in dem Korridor, den wir anstreben. Mittelfristig werden wir durchschnittlich wieder eine deutlich zweistellige Umsatzrendite haben.

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Im deutschen Maschinenbau sind bisher die Auftragseingänge 2009 um 40 Prozent eingebrochen. Sie versprechen, das Umsatzminus im laufenden Jahr auf 10 bis 20 Prozent zu begrenzen.

Wir sind zuversichtlich, in diesem Zielbereich zu bleiben. Die Krise ist für uns die Chance, zu zeigen, dass unser Geschäft stabiler ist, weil wir keine Massenware herstellen. Unsere schnelllaufenden Motoren sind Diesel-Technik auf Formel-1-Niveau.

Aber die stecken oft in Schiffen, die heute keiner mehr kauft.

Die Krise trifft Containerschiffe und Kreuzfahrtschiffe, aber dort finden sie unsere schnelldrehenden Motoren nicht. Die sind in Marineschiffen und Yachten. Das Rüstungsgeschäft ist wenig konjunkturabhängig. Bei Yachten ist nur das Einstiegssegment sehr schwach.

Brechen Ihnen die Aufträge weg?

Wir konnten ein hohes Niveau halten und haben wie am Ende des ersten Quartals einen Auftragsbestand von rund 1,9 Milliarden Euro. Einige Projekte werden unsere Kunden aber derzeit nicht umsetzen können, weil sie heute nicht mehr so leicht Bankkredite bekommen.

Helfen Ihnen die Konjunkturprogramme?

In Deutschland nicht, hier werden ja vor allem Autobahnen asphaltiert. In China dagegen werden auch Energieanlagen gebaut. Allein 2008 haben wir im Konsortium Aufträge von 150 Millionen Euro aus China für Notstromaggregate erhalten, die in Atomkraftwerken zum Einsatz kommen. Insgesamt sind Konjunkturprogramme für Tognum ein Randthema.

Wächst in der Krise der Druck von Konkurrenten wie Caterpillar?

Der Druck ist da, weil der Kuchen insgesamt kleiner wird. Zum Glück versucht keiner, mit flächendeckenden Preisnachlässen Marktanteile zu holen.

Sie wollen das Geschäft mit kleinen Motoren ausbauen. Gefährden Sie damit nicht Ihre Marge?

In Zukunft wollen wir kleinere Motoren für den Einsatz abseits der Straße selbst bauen. Bisher haben wir von Daimler Lkw-Motoren gekauft und angepasst. Das mit den kleineren Motoren verbundene Ersatzteilgeschäft erhöht die Marge.

Eine teure Strategie: Ihre Forschungsausgaben sind im ersten Quartal um ein Viertel gestiegen.

Wir bauen unser Geschäft für die Zukunft aus. Gleichzeitig senken wir die Kosten und unser gebundenes Kapital.

Sparen Sie auch an der Dividende?

Wir haben schon beim Börsengang 2007 gesagt, dass wir 30 bis 50 Prozent des Gewinns ausschütten. Das gilt auch für 2009.

Die ehemalige Konzernmutter Daimler hält 25 Prozent der Tognum-Anteile. Will Daimler mehr?

Wir hören nicht, dass sich die Ziele bei Daimler verändern. Und wir werden Daimler auch nicht übernehmen.

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