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kolumneMatthäus' WM-Ansichten: Watte in die Ohren

Noch müssen wir auf große Überraschungen warten – alles läuft nach Plan und keine der großen Mannschaften hat bislang enttäuscht.

Lothar Matthäus Quelle: Raymond Casey for aimed global communication
Lothar Matthäus Quelle: Raymond Casey for aimed global communication

Wenn auch nicht jeder Auftritt der Favoriten gänzlich überzeugend war, dürfen die Fans nicht vergessen: Wir sind hier bei einer Weltmeisterschaft und jedes Team muss erst einmal den richtigen Schwung für sich finden. So war es bei fast jeder WM. So startete unser Finalgegner Argentinien 1990 mit einer Niederlage ins Turnier und überstand die Vorrunde nur knapp.

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2010 haben die Argentinier und die Holländer gleich zu Beginn schwere Auftaktpartien gewonnen, die Brasilianer hatten es mit einer starken Defensive und frostigen Temperaturen zu tun. Alle drei werden auf ihren Siegen aufbauen und sich steigern. Und bei Italien sollte man nicht vergessen, dass Paraguay eine sehr starke WM-Qualifikation gespielt hat.

Einzig die Engländer fallen ab. Ihr Auftritt gegen die Amerikaner war doch enttäuschend. Ich bin gespannt, ob die Engländer die hohen Erwartungen trotzdem noch erfüllen werden.

Gleiches gilt für unser Team, wenn auch mit ganz anderen Vorzeichen. Trotz des eindeutigen Sieges dürfen wir nicht vergessen, dass der Gegner „nur“ Australien war – da kommen mit Serbien und Ghana schon in der Vorrunde noch wesentlich stärkere Mannschaften.

Südafrikaner voller Stolz

Auch bei den Afrikanern gibt es mit Kamerun nur eine Enttäuschung, alle anderen sind im Soll. Besonders herausheben sollte man den Gastgeber. Das Unentschieden zum Auftakt im Eröffnungsspiel wird Südafrika ordentlich Selbstvertrauen geben – und färbt auf die Zuschauer ab.

Sie sind stolz auf ihr Team und ihr ganzes Land. Selten habe ich eine so entspannte und freundschaftliche Atmosphäre erlebt. Überall sitzen Fans aus der ganzen Welt in Restaurants und Kneipen zusammen und diskutieren über Fußball.

Der Stolz der Südafrikaner macht sich aber auch noch anders bemerkbar: mit den viel kritisierten Vuvuzelas. Sie sind allgegenwärtig und unüberhörbar. Die Vuvuzelas bei einer Weltmeisterschaft sind etwas Neues – aber für mich gehören sie schon jetzt einfach dazu.

Überlegungen, den Südafrikaner ihre Tröten mit einem Verbot wegzunehmen, sollte man schnell beenden. Es käme ja auch keiner auf die Idee, europäischen Fußballfans das Applaudieren zu verbieten.

Spieler und Zuschauer sollten sich darauf einstellen – und sich zur Not einfach ein bisschen Watte in die Ohren stopfen.

Lothar Matthäus schreibt während der Fußball-WM in Südafrika exklusiv für wiwo.de seine Kolumne "Matthäus' WM-Ansichten".

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