
Die Qualität von MBA-Programmen fällt sehr unterschiedlich aus. Manche Anbieter vermitteln die Grundlagen für eine steile Karriere, andere dagegen allenfalls betriebswirtschaftliches Basiswissen. Leider ist das meist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Und Orientierung ist schwer zu finden: Allein in Deutschland gibt es mittlerweile rund 120 Programme von staatlichen und privaten Anbietern, der Titel MBA ist nicht geschützt. Eine obligatorische Kontrolle der Lehrinhalte findet nicht statt. Klar ist jedoch, was Unternehmen von MBA-Absolventen erwarten: „Sie haben eine umfassende, akademisch fundierte Managementausbildung, sind praxisorientiert und international erfahren“, sagt Just Schürmann, Recruiting-Director bei der Boston Consulting Group (BCG). Wer diese Qualifikationen vorweisen kann, hat bei BCG gute Chancen. Schürmann: „Wir schätzen solche Bewerber sehr.“ Sofern sie von den richtigen Instituten kommen. Topadressen wie Wharton, Harvard oder Kellogg sind über jeden Zweifel erhaben, aber auch weniger bekannte Unis bieten gute Ausbildungen. Durchblick versprechen Organisationen, die Gütesiegel an MBA-Anbieter verteilen. International angesehen und für die Wahl des Studienortes relevant sind aber nur die drei Kennzeichen AACSB, EQUIS und AMBA. Talente anlocken Um Talente anzulocken, sind Akkreditierungen für die Hochschulen ein wichtiges Marketinginstrument. „Durch AACSB sind wir in Nordamerika anerkannt“, meint Walter Oechsler, BWL-Professor an der Uni Mannheim. „Die EQUIS-Akkreditierung zeigt Interessierten in ganz Europa, dass unser Programm Hand und Fuß hat“, sagt auch Harald Zeiss, Assistent des Rektors an der WHU. Um sich gegenüber der Konkurrenz noch besser zu profilieren, lassen sich viele Schulen gleich mehrfach akkreditieren. Einige weisen alle drei internationalen Siegel vor. Neben den weltweit renommierten gibt es nationale Akkreditierungsagenturen. In Deutschland ist vor allem die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) tätig. Das „Prüfsiegel des Akkreditierungsrats“ hat sie bisher an 23 MBA-Lehrgänge an staatlichen Institutionen verliehen, darunter viele an Fachhochschulen. Experten beobachten dieses Verfahren allerdings mit Skepsis. Hauptvorwurf: Die FIBAA verteilt ihr, wenn auch eingeschränktes Placet auch an Studiengänge, die noch nicht bestehen, sondern nur geplant sind. „Eine verlässliche Aussage über die Qualität kann man so kaum treffen“, sagt Professor Richard Mancke, Leiter des MBA-Programms an der Handelshochschule Leipzig (HHL). Die Schule hat darauf verzichtet, sich der FIBAA-Prüfung zu unterziehen und strebt stattdessen nach Höherem. Mancke: „2004 wollen wir das AACSB-Verfahren abgeschlossen haben.“
Worauf die international renommierten Agenturen bei der Akkreditierung achten, lesen Sie in der aktuellen WirtschaftsWoche. Kennen Sie schon das Mini-Abo?

Die Qualität von MBA-Programmen fällt sehr unterschiedlich aus. Manche Anbieter vermitteln die Grundlagen für eine steile Karriere, andere dagegen allenfalls betriebswirtschaftliches Basiswissen. Leider ist das meist nicht auf den ersten Blick erkennbar. Und Orientierung ist schwer zu finden: Allein in Deutschland gibt es mittlerweile rund 120 Programme von staatlichen und privaten Anbietern, der Titel MBA ist nicht geschützt. Eine obligatorische Kontrolle der Lehrinhalte findet nicht statt. Klar ist jedoch, was Unternehmen von MBA-Absolventen erwarten: „Sie haben eine umfassende, akademisch fundierte Managementausbildung, sind praxisorientiert und international erfahren“, sagt Just Schürmann, Recruiting-Director bei der Boston Consulting Group (BCG). Wer diese Qualifikationen vorweisen kann, hat bei BCG gute Chancen. Schürmann: „Wir schätzen solche Bewerber sehr.“ Sofern sie von den richtigen Instituten kommen. Topadressen wie Wharton, Harvard oder Kellogg sind über jeden Zweifel erhaben, aber auch weniger bekannte Unis bieten gute Ausbildungen. Durchblick versprechen Organisationen, die Gütesiegel an MBA-Anbieter verteilen. International angesehen und für die Wahl des Studienortes relevant sind aber nur die drei Kennzeichen AACSB, EQUIS und AMBA. Talente anlocken Um Talente anzulocken, sind Akkreditierungen für die Hochschulen ein wichtiges Marketinginstrument. „Durch AACSB sind wir in Nordamerika anerkannt“, meint Walter Oechsler, BWL-Professor an der Uni Mannheim. „Die EQUIS-Akkreditierung zeigt Interessierten in ganz Europa, dass unser Programm Hand und Fuß hat“, sagt auch Harald Zeiss, Assistent des Rektors an der WHU. Um sich gegenüber der Konkurrenz noch besser zu profilieren, lassen sich viele Schulen gleich mehrfach akkreditieren. Einige weisen alle drei internationalen Siegel vor. Neben den weltweit renommierten gibt es nationale Akkreditierungsagenturen. In Deutschland ist vor allem die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) tätig. Das „Prüfsiegel des Akkreditierungsrats“ hat sie bisher an 23 MBA-Lehrgänge an staatlichen Institutionen verliehen, darunter viele an Fachhochschulen. Experten beobachten dieses Verfahren allerdings mit Skepsis. Hauptvorwurf: Die FIBAA verteilt ihr, wenn auch eingeschränktes Placet auch an Studiengänge, die noch nicht bestehen, sondern nur geplant sind. „Eine verlässliche Aussage über die Qualität kann man so kaum treffen“, sagt Professor Richard Mancke, Leiter des MBA-Programms an der Handelshochschule Leipzig (HHL). Die Schule hat darauf verzichtet, sich der FIBAA-Prüfung zu unterziehen und strebt stattdessen nach Höherem. Mancke: „2004 wollen wir das AACSB-Verfahren abgeschlossen haben.“
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