Medien: Abhörskandal hat Folgen für Murdoch

Medien: Abhörskandal hat Folgen für Murdoch

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Rupert Murdoch hat den Spaß an MySpace verloren.

Wegen des Abhörskandals überlegt Medienmogul Rupert Murdoch, sich von allen britischen Zeitungen zu trennen. Zudem will die britische Regierung die Übernahme des TV-Senders BSkyB verhindern.

Der Abhörskandal um seine britischen Blätter hat für Rupert Murdoch auch wirtschaftliche Konsequenzen. Laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ überlegt Murdoch, sich von allen britischen Zeitungen zu trennen.

Vor allem aber droht dem Medienmogul der endgültige Verlust seines Lieblingsobjekts. Die Regierung kündigte am Dienstag Unterstützung für einen Antrag der Opposition an, Murdoch zum Verzicht auf die komplette Übernahme des Bezahlsenders BSkyB aufzufordern.

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Zudem lud der Medien- und Kulturausschuss des Parlaments den News-Corp-Patriarchen, dessen Sohn James und die britische Spitzenmanagerin Rebekah Brooks vor. Sie kündigten nach Angaben des Ausschussvorsitzenden ihr Erscheinen an. Ex-Premier Gordon Brown zeigte sich erschüttert über die Bespitzelung durch Zeitungen des Murdoch-Konzern.

Murdoch soll auf BSkyB-Übernahme verzichten

Über den Antrag der oppositionellen Labour-Partei, Murdoch zum Verzicht auf die BSkyB-Übernahme aufzufordern, wird am Donnerstag abgestimmt. Die Entschließung des Parlaments hat zwar keine bindende Wirkung, verdeutlicht aber die Ablehnung des Geschäfts durch die Volksvertretung. Das wird den Druck auf News Corp erhöhen, sich zurückzuziehen.

Nach der Erklärung des Regierungssprechers fiel der Kurs der BSkyB-Aktie, der zuvor ein Prozent im Minus gehandelt wurde, 3,2 Prozent. Wegen des Abhörskandals um das inzwischen eingestellte Boulevardblatt „News of the World“ liegt die schon sicher geglaubte Milliarden-Übernahme des Pay-TV-Unternehmens auf Eis. Die Regierung stoppte am Montag das Projekt vorerst. Der mit der Prüfung des Geschäfts beauftragte Kulturminister Jeremy Hunt will sich am Donnerstag der Stimme enthalten.

Journalisten der „News of the World“ wird vorgeworfen, Tausende Telefonate abgehört zu haben. Darunter sollen Angehörige gefallener britischer Soldaten, von vermissten Kindern und von Opfern der Bombenanschläge von 2005 gewesen sein. Zudem sollen Reporter Polizisten bestochen haben.

Ex-Premier Brown als das bislang prominentestes Opfer zeigte sich schockiert über die Machenschaften der Murdoch-Blätter. Reporter hatten sich dem „Guardian“ zufolge mit Hilfe von Kriminellen Zugang zu seinen Steuerakten, Kontoauszügen sowie den Krankenakten seiner Familie verschafft. Das sei „abstoßendste Arbeit“ von Journalisten der Murdoch-Publikationen gewesen, sagte Brown der BBC.

„Ich bin wirklich geschockt, dass das alles passiert ist.“ Wenn es schon so einfach gewesen sei, einen gut geschützten Regierungschef auszuspionieren - wie schnell müsse das erst bei einem einfachen Bürger gehen. Der Schotte Brown hatte die britische Regierung drei Jahre bis 2010 geleitet. Davor war er jahrelang Finanzminister.

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