Medien: ARD und ZDF im Schlaraffenland

KommentarMedien: ARD und ZDF im Schlaraffenland

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ARD und ZDF wollen ab 2013 deutlich mehr Gebühren. Foto: Arno Burgi dpa

Über die maßlosen Gebührenwünsche der beiden öffentlich-rechtlichen ärgert sich WirtschaftsWoche-Redakteur Peter Steinkirchner.

Es klingt nach „Wünsch Dir was“ und Schlaraffenland in einem, ist aber die traurige Wahrheit: ARD und ZDF, die beiden öffentlich-rechtlichen Rundfunkriesen, sähen gern ab der nächsten Gebührenperiode, die 2013 beginnt, stolze 1,5 Milliarden Euro mehr auf ihren eh schon prall gefüllten Konten. Wohlgemerkt: Zusätzlich zu den 7,5 Milliarden Euro, die sie ohnehin schon allein aus der Gebühr pro Jahr zur Verfügung haben. Das Zauberwort heißt „Mehrbedarf“, und den geruhten die Gebührenfunker bei der zuständigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs für den kommenden Vier-Jahres-Zeitraum anzumelden. Mal im Ernst: Geht’s noch?

Statt den Ball flach zu halten und mit einer auch politisch einigermaßen vermittelbaren maßvollen Anmeldung in den Gebührenpoker zu gehen, offenbaren beide Lager, ZDF wie ARD, ein bemerkenswertes Maß an Instinktlosigkeit. In Zeiten der Finanz- und Eurokrise eine solche Forderung zu stellen, dazu bedarf es schon einiger Chuzpe und galoppierendem Realitätsverlust. Denn welches Bild geben die derzeit mal wieder von internen Skandalen gebeutelten Großanstalten damit ab?

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Skandale und dubiose Geldflüsse

Erich Sixt, Chef des  gleichnamigen Autovermieters, sprach bereits im vergangenen Jahr mit Blick auf ARD und ZDF und ihren andauernden Gebührenhunger von „Raubrittern und Wegelagerern“. Damit traf er ziemlich genau den Nerv eines Gros der Abgabenzahler. Denn der reagiert eh schon gereizt angesichts immer neuer Skandale in öffentlich-rechtlichen Häusern wie derzeit die dubiosen Geldflüsse beim ostdeutschen MDR oder seltsam anmutende Auftragsvergaben beim ARD-Hausproduzenten Degeto. Der wundert sich ohnehin, warum eigentlich die ARD mit einem Talkshow-Overkill immer mehr zur Quasselbude mutiert und das ZDF so dringend digitale Ableger wie Neo oder Info benötigt.

Und der hat ein immer stärkeres Gefühl der Machtlosigkeit angesichts einer Medienpolitik, die nichts unternimmt, ARD und ZDF ernsthaft Grenzen des Wachstums und der Expansion aufzuzeigen. Was nützt es denn, wenn die beiden ungleichen Brüder ein paar Millionen hier oder  da streichen, das eingesparte Geld dann aber munter in neue Themen stecken? Was immer die beiden wollen, so der Eindruck – es wird ihnen gewährt. Brauchen sie ein paar Millionen mehr? Bitte schön – meldet mal schön an, die KEF wird zwar ein paar Streichungen vornehmen, doch am Ende einigen wir uns schon auf ein hübsches Sümmchen.  Bezahlen müssen das ja die anderen, die Gebührenbürger, die demnächst dann wohl zu Beitragsbütteln werden und löhnen müssen, ob sie nun auf Musikantenstadel und peinliche Pilawa-Spielchen stehen oder nicht.

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