Gleichwohl will PIN-Group-Chef Günter Thiel laut „Focus“ nach der erwarteten Zustimmung des Bundestages zum Post-Mindestlohn am Donnerstag kommender Woche (13. Dezember) einen Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht stellen. Laut Thiel liegen dem Unternehmen mehrere juristische Gutachten vor, dass die Einigung auf den 9,80- Euro-Stundenlohn verfassungswidrig sei. Thiel forderte die Bundesregierung auf, das Mehrwertsteuerprivileg der Post zu kippen. Dieses Privileg hat der Marktführer wegen seiner bundesweiten Beförderungspflicht. Thiel sagte dem „Focus“: „Wenn die Koalition das ändert, haben wir trotz Mindestlohn eine halbwegs faire Wettbewerbschance.“ In der „WirtschaftsWoche“ schlug Thiel einen Stufenplan für die Anhebung des Mindestlohnes mit zunächst 7,50 Euro 2008, 8,50 Euro 2009, 9,00 Euro 2010 und 9,50 Euro 2011 vor. „Darauf kann man sich einstellen, nicht aber auf mehr als 35 Prozent Personalkosten auf einen Schlag“, sagte Thiel. Die Post ist nach ARD-Informationen angeblich bereit, Mitarbeiter des Konkurrenten PIN Group, die durch Stellenabbau ihren Arbeitsplatz verlieren, zu übernehmen. Wie das ARD-Hauptstadtstudio in der Nacht zum Samstag berichtete, habe dies der SPD-Vorsitzende und rheinland- pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck erklärt. Die Post AG habe Beck demnach zugesichert, dass, wenn Leute bei PIN entlassen würden, sie „zu vernünftigen Löhnen“ bei der Post AG angestellt werden könnten.
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