Medienexperiment Niiu: Zeitung für Rosinenpicker - Seite 2

Medienexperiment Niiu: Zeitung für Rosinenpicker

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Niiu
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Im Netz kann man sich schon jetzt über RSS-Reader die Blogs und Nachrichten abonnieren, die einen interessieren. Auch bei „Niiu“ gibt es zwei Seiten, die mit Internetinhalten gefüllt werden. Zur Auswahl stehen stehen Blogs wie Netzwertig oder Basicthinking, zudem kann man sich von Kicker.de die Nachrichten zu seinem Lieblingsverein aus der Fußball-Bundesliga wählen.

Die totale Personalisierung ist eigentlich auch die Idee der gesamten Zeitung. Er selbst komme aus einem Zeitungsleserhaushalt, erzählt Oberhof und hatte in seiner ersten Wohnung querbeet eine ganze Reihe Zeitungen abonniert. „Doch nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass ich den Großteil weggeschmissen habe“, sagt der gebürtige Münchner.

Gerne hätte Oberhof die Streiflicht-Kolumne aus der "Süddeutschen Zeitung", dazu alle Artikel von "Bild"-Autor Graf Nayhauss und Blogger Thomas Knüwer in einem Blatt. Dahin soll die Entwicklung von „Niiu“ auch gehen, doch derzeit lässt sich das perfekte Rosinenpicken technisch nicht umsetzen.

Das Layout ist der Knackpunkt des Erfolges

Die Macher bekommen von den Verlagen komplette PDF-Versionen der frisch produzierten Seiten, diese werden dann auf das Format der Niiu angepasst. Darin dürfte auch der Knackpunkt des Erfolges liegen: Durch die unterschiedlichen Größen und Layouts dürfte die Zeitung ein etwas wirres Erscheinungsbild abgeben. Kleine Schriften werden groß, die verkleinerten Seiten eventuell schwerer lesbar. Die großen Vorteil einer gedruckten Zeitung, Übersichtlichkeit und bessere Lesbarkeit, sind damit in Gefahr. 

Wie die Zeitung letztlich aussieht und bei den Lesern ankommt, dürfte den Ausschlag darüber geben, ob Oberhof und Tiedemann Niiu in die geplante Richtung weiterentwickeln können. Sie peilen an, in einem halben Jahr 5000 Leser in Berlin zu gewinnen. Damit soll die Zeitung profitabel wirtschaften können. „Wenn wir unser Ziel in Berlin erreichen, ist klar anvisiert Niiu in weiteren Städten anzubieten“, sagt Oberhof.

Werbeeinnahmen sollen steigen

Mittelfristig ist geplant, mit Werbeerlösen mehr zu verdienen, als über den Verkauf. Dazu soll den Kunden angeboten werden, die Anzeigen wie im Internet genau auf ihre Zielgruppen abgestimmt, schalten zu können. Bislang ist allerdings nur eine Unterscheidung nach Geschlecht und Postleitzahl innerhalb Berlins möglich. Die Verlage von denen die Inhalte kommen, könnten daran beteiligt werden. Jetzt bekommen sie für jede abgedruckte Seite einen bestimmten Centbetrag und dürften das Experiment mit Spannung verfolgen.

Man muss Oberhof und Tiedemann zu Gute halten, dass sie es geschafft haben, zahlreiche renommierte Medien für ihr Projekt zu gewinnen. Auch das Interesse daran ist sehr hoch, die möglichen Anmeldungen für die erste Testsausgabe waren schnell ausgeschöpft. Die Zahl der  Anmeldungen soll deutlich vierstellig sein, zudem habe es mehr als 1000 Anfragen aus anderen Städten gegeben. Doch bevor diese einmal an dem Experiment teilnehmen können, muss Niiu erst einmal die Erwartungen der Berliner Leser erfüllen.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.11.2009, 09:22 UhrAnonymer Benutzer: Oliver Voß

    @linvinginhamburg Die Zeitung kommt per Zustelldienst, also ähnlich früh wie normale Tageszeitungen, vor allem daher ist der Start auch erst einmal nur in berlin.

    @Leser Mehr Umfang für etwas mehr Geld würde ich mir auch wünschen, eine abgespeckte Variante wäre sicher auch interessant. Aber über solche Erweiterungen denken die Macher auf jeden Fall nach.

  • 16.11.2009, 00:10 UhrAnonymer Benutzer: livinginhamburg

    Schon jetzt Hut ab und viel Erfolg! ich bin immer wieder erstaunt, wieviel kreatives Potential heutzutage in unserem Land zu Tage tritt. Man gewinnt zunehmend den Eindruck, dass die Wirtschaftskrise fast nur die "Alten" trifft...

    Abgesehen davon fehlt mir lediglich die Aussage, zu welcher Uhrzeit die Zeitung in meinem Kasten landet - ganz früh durch einen Zusteller oder auf dem Postweg. Der Letztere dürfte auf lange Sicht zu spät sein für die meisten der Leser. Alle übrigen hier geäußerten Wünsche lassen sich noch justieren - der Anfang ist das Wichtigste.

    Wie gesagt, ich wünsche viel Erfolg und freue mich auf ihren Start in Hamburg!

  • 15.11.2009, 03:55 UhrAnonymer Benutzer: Robert

    Was tatsächlich gebraucht würde, wäre eine Maschine zu Hause bei den Lesern zum Ausdrucken der internetausgabe. Darauf müssten sich alle Verlage einigen und dann könnte jeden Morgen der Drucker individuell die Tageszeitung für die internetausdrucker produzieren.

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