Medienkampagne: Facebook hetzt Blogger auf Google

Medienkampagne: Facebook hetzt Blogger auf Google

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Zwei Männer surfen auf den Internetseiten von Google und Facebook

Dass Facebook und Google keine Freunde sind, ist hinreichend bekannt. Jetzt hat Facebook eine Schmutzkampagne gegen Konkurrent Google in Auftrag gegeben, die kräftig nach hinten losging. Für das soziale Netzwerk und dessen PR-Agentur ein Kommunikationsdesaster.

Peinlich für Facebook: Gestern musste das Unternehmen zugeben, eine Agentur beauftragt zu haben, die eine Medienkampagne gegen Google starten sollte. Burson-Marsteller sollte dafür sorgen, dass Berichte im Netz erscheinen, wie schlecht der Suchmaschinenriese mit Nutzerdaten umgeht. Scheinbar sollte das von den eigenen Datenschutz-Problemen ablenken, die Facebook zuletzt in die Schlagzeilen brachte.

Anstatt selbst nach kritischen Punkten zu fahnden, beauftragte die Agentur Burson-Marsteller amerikanische Blogger. Sie sollten Kritisches über Google schreiben und im Netz verbreiten. Mit dieser Idee haben sich beide – Facebook und die Agentur – schön in die Nesseln gesetzt. Einer der angesprochenen Blogger - Christopher Soghoian - schrieb nämlich keinen kritischen Artikel über Google, sondern veröffentlichte die heikle E-Mail von Burson-Marsteller.

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Nixonian dirty work

Darin ist zu lesen, dass "die US-Bürger erfahren müssen", was Google mit ihren Daten anstelle. Der Name Facebook als Auftraggeber fiel aber nicht. "The Daily Beast", eine amerikanische Nachrichtenwebseite, die seit 2010 zur Newsweek gehört, enttarnte das soziale Netzwerk als den Auftraggeber der schief gelaufenen Medienkampagne. Gestern gab dann ein Sprecher von Facebook USA gegenüber einem Journalisten von "The Daily Beast" zu, Burson-Marsteller beauftragt zu haben. Facebook habe die zweifelhafte Kampagne, die ein Sprecher als "Nixonian dirty work" bezeichnete, von Dritten erledigen lassen, um die Nutzer vor den Google-Datenlecks zu schützen. Also aus rein altruistischen Motiven. Facebook Deutschland hat bislang keine Stellung dazu genommen. Anders als der frühere US-Präsident Richard Nixon hat Facebook die Affäre wenigstens gleich zugegeben.

Geld statt Transparenz

Peinlich ist die Kampagne jedoch nicht nur für das Online-Netzwerk: Auch die PR-Agentur hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Den Namen des Auftraggebers zu verheimlichen sei falsch gewesen und verstoße gegen die eigenen Regeln, heißt es in einer Stellungnahme. Im Normalfall sei die Agentur sehr für Transparenz, allerdings habe der Auftraggeber die Informationen über die Konkurrenz verdeckt veröffentlichen wollen. Das Google-Produkt Social Circle, welches im Fokus der Kampagne stand, sollte von unabhängigen Dritten – Journalisten und Bloggern – als schlecht bewertet werden, nicht direkt von Facebook. Bei Social Circle kann der Nutzer auf seinem Google-Konto seine sonstigen Profile in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook angeben. Social Circle prüft dann die öffentlich einsehbaren Verbindungen – wer kennt wen über wen - und schlägt besonders interessante Personen aus dem erweiterten Netzwerk vor um die Verbreitung der Einträge mittels der Funktionen "Kennst du schon?" oder "Diese Person könnte dich interessieren" zu ermöglichne. 

Warum die Agentur nicht auf ihren Unternehmensgrundsätzen in puncto Transparenz bestanden hat, dazu gibt es keine Stellungnahme. Eine fürstliche Bezahlung mag jedoch ein Grund gewesen sein.

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