Medienkonzern: Springer mit Rekordzahlen dank digitaler Geschäfte

Medienkonzern: Springer mit Rekordzahlen dank digitaler Geschäfte

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Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, präsentierte - zumindest operativ - Rekordgewinne

Zwar kränkelt der Zeitungsmarkt, doch das boomende Internet-Geschäft und Erfolge im Ausland verhelfen der Axel Springer AG zu einem Gewinnsprung - zumindest vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

Der Medienkonzern Axel Springer hat im vergangenen Jahr dank seiner Internetangebote und seines verstärkten Engagements im Ausland operativ so viel verdient wie noch nie. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stand ein Gewinn von 510,6 Millionen Euro, das waren 53 Prozent mehr als 2009, wie der im MDAX notierte Berliner Konzern heute mittelte.

Wachstumstreiber war dabei vor allem das digitale Geschäft mit einer Einnahmensteigerung von mehr als 50 Prozent. Dagegen gingen die Erlöse im deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt mit populären Titeln wie „Bild“, „Welt“ und „Hörzu“ um 6,1 Prozent zurück. Im internationalen Printgeschäft stiegen die Einnahmen um 28,6 Prozent. Obwohl der Gesamtumsatz des Konzerns dadurch um 10,8 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro zulegte, blieb unter dem Strich weniger: Der Gewinn sank gegenüber 2009 um 12,7 Prozent auf 274,1 Millionen Euro. Die Aktionäre sollen trotzdem mit einer Dividende in Rekordhöhe von 4,80 Euro je Papier bedacht werden, 0,40 Euro mehr als im Vorjahr. Darüber hinaus werde die Hauptversammlung über einen Aktiensplit im Verhältnis 1:3 entscheiden. Damit solle die Liquidität und die Attraktivität der Aktie für Investoren weiter gesteigert werden, hieß es.

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Aktie verliert trotz Rekorddividende

Der Markt schickte die Springer-Aktie trotz der erwartet guten Jahreszahlen in den Keller: Die Papiere verloren zeitweise fast zehn Prozent zum Vortag. Springer-Chef Mathias Döpfner wertete die Kursverluste als Gewinnmitnahmen. Zwtl: Keine großen Zukäufe geplant Döpfner betonte das große Gewicht des digitalen Marktes für den Konzern. Es habe sich ausgezahlt, dass Springer im Krisenjahr 2009 unbeirrt auf das Internet gesetzt und antizyklisch investiert habe. Diese Strategie solle fortgesetzt werden: „Sollte die Zukunft unseres Geschäfts tatsächlich in den digitalen Medien liegen, werden wir alles tun, um sicherzustellen, dass unsere Angebote auf allen mobilen Geräten funktionieren“, sagte der Springer-Chef. Wesentlich sei es, „plattformneutral“, also unabhängig von bestimmten Anbietern, mit den Marken präsent zu sein.

Außerdem teilte Springer den Einstieg bei dem Berliner Jungunternehmen kaufDA mit, dem Marktführer für Online-Prospekte. Der Konzern hält 74,9 Prozent der Anteile an der Internetplattform. kaufDA sei das vielversprechendste Unternehmen in der Online-Vermarktung für den stationären Handel, sagte Döpfner. Verbraucher können auf kaufda.de Sonderangebote durchstöbern und sich die Filialen der Händler im Umkreis anzeigen lassen. Nach monatelangem Übernahmepoker hatte sich der Konzern in dieser Woche bereits die Mehrheit an dem französischen Immobilienportal Seloger.com gesichert. Springer hält 74,2 Prozent der Seloger-Aktien, weitere könnten noch folgen. Derzeit sehe sich der Konzern nach kleinen und mittelgroßen Zukäufen um, sagte Döpfner. Mit Übernahmen in der Größenordnung von Seloger sei im laufenden Jahr aber nicht zu rechnen.

Internet und Ausland sollen Wachstum weiter treiben

Im internationalen Printgeschäft kam Springer ab dem dritten Quartal 2010 das Osteuropa-Gemeinschaftsunternehmen mit Ringier zugute. Die Deutschen und das Schweizer Medienhaus bündeln in einem Joint Venture ihre Aktivitäten in Polen, Tschechien, der Slowakei und Serbien. Für den wichtigen ungarischen Markt, auf dem das Gemeinschaftsunternehmen etwa jeden dritten Umsatz-Euro einfahren soll, steht jedoch weiterhin die Genehmigung der Kartellbehörden aus. Bislang war mit dem ersten Quartal gerechnet worden, nun hofft der Konzern auf den Sommer. Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr geben sich die Berliner verhalten optimistisch. Auch 2011 würden das digitale Geschäft wie auch die internationalen Aktivitäten Umsatz- und Ergebnis treiben, sagte Döpfner. Bei den Einnahmen rechnet Springer mit einem Wachstum im einstelligen Bereich. Im inländischen Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft seien aber weitere leichte Umsatzrückgänge möglich, sagte Döpfner.

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